Einladung zum Pressegespräch: Weihnachtsausstellungseröffnung im Heimatmuseum: Schneekugeln

Pressemitteilung vom 24.11.2006
Schneekugel Weihnachtsmann
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Das Heimatmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf, Schloßstr. 69, 14059 Berlin lädt ein zum Pressegespräch am Donnerstag, dem 30.11.2006, um 11.00 Uhr. Vorgestellt wird die diesjährige Weihnachtsausstellung “Verschneite Welten unter Glas. Schneekugeln aus der Nürnberger Sammlung Kardinal”. Sie wird am Donnerstag, dem 30.11.2006, um 19.00 Uhr von Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen eröffnet und bis zum 7.1.2007 gezeigt: Di-So 10-17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Im Mittelpunkt der Weihnachtsausstellung stehen Hunderte kleiner und großer bunter Schüttelkugeln, in denen es – mal nostalgisch verklärt, manchmal auch frivol – auf alles nur Erdenkliche schneit: den Weihnachtsmann und sein “Personal”, auf Engel, Märchenfiguren, Tiere, Sehenswürdigkeiten aus aller Herren Länder, auf Prominenz aus Film und Fernsehen (von Marylin Monroe bis Alfred Biolek) und auf die Welt der Werbung.

Die faszinierende Vielfalt mit zahlreichen ausgefallenen Stücken stellt Josef Kardinal aus Nürnberg dem Museum zur Verfügung, der beim Pressegespräch anwesend sein wird.

Er ist im “richtigen Leben” Finanzbeamter. Seine Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 7400 Schneekugeln, die er alle 4 Monate schütteln muss, damit der Schnee, inzwischen meist aus Polystyrol hergestellt, nicht zu klumpen beginnt. Sie wurde im Jahre 2003 mit der damaligen Stückzahl von 6120 ins Guinness Buch der Rekorde eingetragen.

Die erste “offizielle” Schneekugel, die 1900 als “Glaskugel mit Schnee-Effekt” patentiert wurde, entstand eher zufällig, als der Wiener Werkzeugmacher Erwin Perzy auf der Suche nach einer besseren Lichtquelle für Chirurgen war. Hierzu hatte er eine Glaskugel mit Wasser und Metallspänen befüllt. Diese sollte das Licht bündeln und verstärken. Die im Wasser träge herabsinkenden Metallspäne erinnerten ihn an rieselnden Schnee. Dies brachte ihn auf die Idee, Schneekugeln zu bauen. Sein erstes Exemplar, eine mit Wasser und Gries gefüllte Kugel mit dem Modell einer Wiener Basilika darin, fand im Andenkenstand eines Freundes so viel Anklang, dass er im gleichen Jahr mit seinem Bruder Ludwig einen Betrieb für die Produktion solcher Kugeln eröffnete. Die Firma besteht noch heute.

Ganz neu war die Idee nicht. Schon auf der Pariser Weltausstellung von 1878 hatten sieben Manufakturen ähnliche Kugeln vorgestellt. Vorläufer dieser Mitbringsel waren wahrscheinlich gläserne Briefbeschwerer, die sich besonders im viktorianischen Großbritannien größter Beliebtheit erfreuten. Aber auch Buddelflaschen und die Ikonenglasstürze des ausgehenden 19. Jahrhunderts könnten dem Schüttelglas Pate gestanden haben. Der wohl bekannteste Schneekugel-Sammler Deutschlands war Walter Benjamin.

Information: Museumsleiterin Birgit Jochens, Tel 9029-13201/02

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