Ausstellung «Das Piranesi-Prinzip» in der Kunstbibliothek

Ausstellung «Das Piranesi-Prinzip» in der Kunstbibliothek

Giovanni Battista Piranesi galt als ein universales Talent des 18. Jahrhunderts.

Das Piranesi-Prinzip (2)

© dpa

Moritz Wullen, Kurator und Kunsthistoriker, steht in der Ausstellung «Das Piranesi-Prinzip. Zum 300. Geburtstag des großen italienischen Meisters» in der Kunstbibliothek vor einer Karte des Römischen Marsfeldes von Giovanni Battista Piranesi.

In der Kunstbibliothek am Berliner Kulturforum will die Ausstellung «Das Piranesi-Prinzip» zum 300. Geburtstag des großen italienischen Meisters von Sonntag (04. Oktober 2020) an bis zum 7. Februar Wirken und Denkweise des für seine Kupferstiche bekannten Künstlers verdeutlichen.

Piranesi als Architekt, Archäologe, Künstler, Sammler, Designer, Verleger und Autor

Piranesi (1720-1778) kam als junger Architekt nach Rom und baute von dort aus seine Karriere als Archäologe, Künstler, Sammler, Designer, Verleger und Autor auf. Die Ausstellung, eine Kooperation von Kunstbibliothek, Humboldt-Universität und Kupferstichkabinett, zeigt dies mit Meisterstichen Piranesis, seinen Arbeiten in Büchern, Streitschriften, satirische Bilder und Handzeichnungen.
Dabei ist immer wieder zu sehen, wie er in seinen Werken scheinbar realistische Darstellungen auf unterschiedlichen Ebenen vermengt. Je länger der Blick verweilt, umso überraschender sind mitunter die Entdeckungen von Widersprüchen in den Arbeiten.

Überraschende Entdeckung auf den zweiten und dritten Blick

Zwischen einigen Trümmern aus dem antiken Rom - Leihgaben aus Berlins Staatlichen Museen - zeigt die Ausstellung zunächst, wie die Stadt mit ihren Ruinen den jungen Architekten fasziert hat. In ersten Stichen etwa des Kolosseums ist bereits die Detailverliebtheit von Piranesi zu entdecken. Mit solchen Arbeiten schaffte er die Grundlage für monumentale Werke etwa die vierbändigen «Antichità Romane» von 1756, die an mehreren Punkten der Ausstellung als Beispiel dienen.

Ausstellung zeigt vier «Kerker» von Piranesi

Bekannt sind Piranesis «Kerker» (1750), von denen die Ausstellung vier Varianten zeigt und mit Hilfe anderer Arbeiten das Bühnenbildartige der Werke herausarbeitet. Daneben sind Beispiele zu finden, wie der Künstler mit Hilfe seiner Stiche ganze Landschaften in Bühnen verwandelte, in denen Menschen meist nicht über Staffage hinauskommen. Spätere Arbeiten über Architektur, etwa ein Querschnitt des Fundaments der Engelsburg, sind jenseits der Realität bestimmt von Dekor und Design.
Mehrere abgesonderte Bereiche zeigen, mit welcher Energie sich Piranesi mit Gegnern auseinandersetze. So ist das Titelblatt einer Kampfschrift zu entdecken, auf dem der von Piranesi gezeichnete Pfeiler einer etruskischen Architektur den Namen eines Kritikers bis zur Unkenntlichkeit verdeckt.
Das Piranesi-Prinzip (1)
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Fotos: Das Piranesi-Prinzip

Die Ausstellung «Das Piranesi-Prinzip. Zum 300. Geburtstag des großen italienischen Meisters» in der Kunstbibliothek zeigt Giovanni Battista Piranesis Meisterstiche, Bücher, Streitschriften, satirische Bilder und noch nie gezeigte Handzeichnungen. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 1. Oktober 2020 15:51 Uhr

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