Otobong Nkanga im Gropius Bau

Otobong Nkanga im Gropius Bau

Der Umgang mit natürlichen Ressourcen steht im Mittelpunkt der Ausstellung «Otobong Nkanga: There's No Such Thing as Solid Ground» im Berliner Gropius Bau.

There’s No Such Thing as Solid Ground (1)

© dpa

09.07.2020, Berlin: Die Künstlerin Otobong Nkanga steht in ihrer Ausstellung «There?s No Such Thing as Solid Ground».

In ihren Arbeiten erforscht die aus Nigeria stammende und in Antwerpen lebende Künstlerin die variierenden Bedeutungen, die Ressourcen wie Stein, Kohle, Mineralien in unterschiedlichen Kulturen zugeschrieben werden. Dabei spielt immer auch eine Rolle, unter welchen gesellschaftlichen Umständen Abbau und Weiterverarbeitung erfolgen. Nkanga war im vergangenen Jahr auf Einladung von Direktorin Stephanie Rosenthal Artist in Residence im Gropius Bau. Die Ausstellung verschafft nun einen Einblick in ihre Arbeit mit Werken aus der Zeit von Ende der 90er Jahre bis heute.
«Wenn ich so viel wegnehme, was kann ich zurückgeben», fragt Nkanga und sucht eine Antwort auch in ihren Arbeiten. So ist die raumgreifende Installation «Taste of a Stone» aus weißen Kieselsteinen um kleine Tableaus und Felsbrocken für sie eine Suche nach einem privaten Bereich für Ruhe, Inspiration und Reflexion auch über Land und Boden. Für «Diaspore» hat sie den Boden eines Raumes mit Linien versehen wie Höhenmarkierungen einer Landkarte. Die Arbeit durchschreiten junge Frauen, stets im Dialog mit einer aus einer anderen Region stammenden Pflanze auf dem Kopf. Sie leben in der Fremde, der vielleicht selbst entwurzelte Mensch trennt sie vom Boden.
Die Flüchtigkeit und Wandelbarkeit von Materie zeigen in «Containes Measures of Shifting States-Evaporate» kleine Tropfen, die nach ihrem Weg durch eine Rinne auf einer heißen Kachel mit leisem Zischen verdampfen. In einem abgetrennten Raum setzt Nkanga das Projekt «Carved to Flow» fort, mit dem sie auch während der documenta 14 zu sehen war. In Kassel ging es darum, den Prozess einer Entwicklung der Seife «O8 Blackstone» aus Kohle zu begleiten. In Berlin wird es mit dem Kapitel «Germination» um Werkstoffe gehen, etwa die Produktion von Ziegeln und afrikanische Architektur.
Otobong Nkanga - There’s No Such Thing as Solid Ground (1)
© Otobong Nkanga, Foto: Wim van Dongen

Otobong Nkanga: There's No Such Thing as Solid Ground

10. Juli bis 13. Dezember 2020

Zeichnung, Installation und Performance: Otobong Nkanga zeichnet in einer Ausstellung im Gropiusbau die Bewegung von Mineralien, Gütern und Menschen nach, um ökonomische und ökologische Prozesse umfassend zu ergründen. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 9. Juli 2020 16:20 Uhr

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