«Museum für alle»: Museumstag in der Krise, auch digital

«Museum für alle»: Museumstag in der Krise, auch digital

Es ist ein besonderer Internationaler Museumstag in Deutschland: Wegen der Corona-Krise bieten viele Museen spezielle Angebote im Internet an.

Das Belvedere auf dem Pfingstberg

© dpa

Das Belvedere auf dem Pfingstberg.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) - sein Bundesland ist in diesem Jahr in der Gastgeberrolle - sieht in den digitalen Angeboten auch etwas Gutes: «Unter dem Motto «Museum für alle» können wir heute eine Vielzahl digitaler Angebote nutzen, die gerade in diesen Zeiten für viele Menschen ein Lichtblick sind», sagte der amtierende Präsident des Bundesrats am Sonntag (17. mai 2020) zur Eröffnung des Internationalen Museumstages in einer Videobotschaft im Netz. Die ursprünglich geplante Eröffnungsfeier im Ofen- und Keramikmuseum in Velten war wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Viele Museen präsentieren sich digital

Auf den Internetseiten des Internationalen Museumstages präsentieren sich mehr als 800 Museen digital - dort ist auch eine Liste der Häuser, die wieder offen haben. Das Berliner Pergamon-Museum bietet zum Beispiel ein digitales Programm, das Pergamon-Panorama hat wieder geöffnet. In Brandenburg laden bereits wieder mehr als 70 Museen zum Besuch ein - mit Abstands- und Hygieneregeln. Mit Videobotschaften wandten sich mehrere Museen am Sonntag an Interessierte - ob das Flederhaus-Museum Julianenhof in Märkische Höhe (Märkisch-Oderland) oder die Brikettfabrik Louise in Domsdorf (Elbe-Elster).

Führungen und Veranstaltungen fallen aus

Die meisten Museen dürften unter strengen Vorkehrungen wieder öffnen, sagte Woidke. «Aber immer noch müssen viel zu viele Ausstellungen, Führungen und auch kulturelle Angebote ausfallen.» Er verriet dem RBB-Sender Radio eins: «Ich gehe schon gerne ins Museum.» Am liebsten schaue er sich Historisches an wie das Museum des Dreißigjährigen Krieges in Wittstock oder das Brandenburgische Textilmuseum in Forst. Unbedingt wolle er noch in die Monet-Ausstellung im Museum Barberini. Da gab es bisher aber keine Tickets mehr.

Brandenburger Museen öffneten bereits am 22. April

Kulturministerin Manja Schüle (SPD) sagte, Brandenburg habe als erstes Bundesland am 22. April wieder die Museen geöffnet. «Die vielfältige Museumslandschaft Brandenburgs lässt sich in diesem Jahr sowohl analog als auch digital erleben», erklärte sie per Mitteilung und gab ein paar Tipps: Das Barnim Panorama in Wandlitz streame live unterhaltsame Theaterstücke aus «Fräulein Brehms Tierleben» mit Live-Chat, das Archäologische Landesmuseum lade Kinder zu einer Online-Museums-Rallye ein.
Der Internationale Museumstag, den der Internationale Museumsrat ausruft, will auf die Vielfalt der Museen hinweisen - in Deutschland sind es mehr als 6500. Der Schwerpunkt in diesem Jahr war «Das Museum für alle - Museen für Vielfalt und Inklusion». Schirmherr ist der jeweilige Präsident des Bundesrates - in diesem Jahr Woidke.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 18. Mai 2020 09:31 Uhr

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