Bronze-Skulptur im Humboldt Forum erinnert an Kolonialismus

Bronze-Skulptur im Humboldt Forum erinnert an Kolonialismus

Mit einer Bronze-Skulptur in Form einer zweigeteilten Flagge auf halbmast erinnert das Humboldt Forum in Berlin an die koloniale Vergangenheit Deutschlands.

  • Bronze-Skulptur im Humboldt Forum (2)© David von Becker/SHF/dpa
    Die Bronze-Skulptur in Form einer zweigeteilten Flagge auf halbmast ist im zentralen Treppenhaus des Humboldt Forums zu sehen. Es ist der erste Teil der Arbeit des Künstlers Kang Sunkoo. Im Frühjahr kommenden Jahres soll die zweite Hälfte an einem anderen Ort aufgestellt werden.
  • Bronze-Skulptur im Humboldt Forum (1)© David von Becker/SHF/dpa
    Die Bronze-Skulptur in Form einer zweigeteilten Flagge auf halbmast ist im zentralen Treppenhaus des Humboldt Forums zu sehen. Es ist der erste Teil der Arbeit des Künstlers Kang Sunkoo. Im Frühjahr kommenden Jahres soll die zweite Hälfte an einem anderen Ort aufgestellt werden.
Im zentralen Treppenhaus des Forums ist der erste Teil der Arbeit des Künstlers und ehemaligen Mitarbeiters des Ai Weiwei Studios Kang Sunkoo nun installiert, wie die Stiftung Humboldt Forum am Freitag (15. Mai 2020) mitteilte. Dort steht der über mehrere Stockwerke reichende untere Teil der schwarzen Bronze.

Zweiter Teil des Werks «Statute of Limitations» folgt im Frühjahr

Im Frühjahr kommenden Jahres soll die zweite Hälfte - die oberen Teile von Mast und Flagge - zunächst auf dem Nachtigalplatz im sogenannten Afrikanischen Viertel in Wedding aufgestellt werden. Ein dauerhafter Ort wird noch gesucht. Der englische Titel der Arbeit «Statute of Limitations» ist eine Anspielung auf den juristischen Begriff für Verjährung von Straftaten.

Generalintendant des Humboldt Forums: «Wir haben hier keine Deutungshoheit über die Sammlungen»

Aus Sicht von Hartmut Dorgerloh, Generalintendant des Humboldt Forums, steht die Skulptur sinnbildlich für «die unterschiedlichen Positionen und Perspektiven bei der Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte». Das Humboldt Forum steht in der Kritik, weil künftig auch Objekte aus kolonialen Zusammenhängen gezeigt werden sollen. «Wir haben hier keine Deutungshoheit über die Sammlungen», sagte Dorgerloh. Anspruch sei vielmehr, die Objekte «aus verschiedenen Perspektiven, in verschiedenen Kooperationsformen vielstimmig zu präsentieren».

Humboldt Forum eröffnet schrittweise

Das bisher 644 Millionen Euro teure Humboldt Forum soll nach mehrfach verschobener Eröffnung in drei Schritten bis Herbst 2021 komplett zugänglich sein. Die umstrittene Teilrekonstruktion des Hohenzollern-Schlosses im Zentrum Berlins soll ein Kultur- und Ausstellungszentrum werden. Das 40 000 Quadratmeter umfassende Gebäude bespielen künftig die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit zwei ihrer Museen, das Land Berlin und die Humboldt-Universität. Gezeigt werden sollen Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Objekte zur Geschichte Berlins.
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© dpa

Humboldt Forum

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 18. Mai 2020 09:58 Uhr

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