Kupferstichkabinett zeigt seine Pop-Art-Sammlung auf Papier

Kupferstichkabinett zeigt seine Pop-Art-Sammlung auf Papier

Mit der ersten Ausstellung nach einer zweimonatigen Corona-Pause präsentiert das Kupferstichkabinett Berlin von Dienstag an Höhepunkte seiner Sammlung zu Pop Art auf Papier.

Kupferstichkabinett im Kulturforum

© dpa

Außenansicht des Kupferstichkabinetts im Kulturforum.

Die Ausstellung «Pop on Paper - Von Warhol bis Lichtenstein» zeigt bis zum 16. August neben Arbeiten von Vorkämpfern dieser Kunstrichtung wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein auch Werke von Claes Oldenburg, James Rosenquist, Sigmar Polke oder Maria Lassnig.
Kurator Andreas Schalhorn hat für die Ausstellung, die ursprünglich schon Anfang April gezeigt werden sollte, erstmals Arbeiten ausgewählt, mit denen vor 50 Jahren begonnen wurde, eine Pop-Art-Sammlung auf Papier zusammenzutragen. Von vielen der beteiligten Künstler sind die Motive als Gemälde bekannt. Daneben entwickelten sie aber auch die Papierarbeiten etwa als Druckgrafiken oder Siebdrucke. So zeigt die Ausstellung eine Serie von Warhols berühmten Monroe-Porträts, die auch in dieser Form nichts von ihrer intensiven Strahlkraft einbüßen.
Neben solchen Ikonen sind auch selten gezeigte Werke zu finden. Bei einem Kleid aus einfachstem Fließstoff etwa hat sich ein unbekannter Künstler vermutlich 1968 an Warhols Stil angelehnt und farbig markierte Schwarz-Weiß-Porträts von Stars kombiniert, die in diesem Jahr mit neuen Filmen rauskamen. Der US-Künstler James Rosenquist verwendete bei der raumgreifenden Arbeit «F-111» den auch in Vietnam eingesetzten gleichnamigen Jagdbomber als Hintergrund für eine farbintensive Auseinandersetzung mit Konsum, Werbung, Krieg und Lebensstil.
Mit zwei Aspekten geht die Ausstellung im Kupferstichkabinett auf das Thema Frauen und Pop Art ein. Neben Arbeiten, die als Beispiel für den kaum thematisierten Sexismus in den Werken gesehen werden können, sind Grafiken von einigen der wenigen Künstlerinnen zu sehen, die zwischen den überwiegend weißen, männlichen Pop-Art-Künstlern wirkten. So zeigen etwa Drucke von Ulrike Ottinger, wie die später für ihre Filmarbeiten bekannt gewordene Künstlerin unterschiedliche Bedeutungsebenen in ihre Arbeiten bringt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 11. Mai 2020 15:43 Uhr

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