Wannsee-Konferenz: Neue Ausstellung zum Mord an den Juden

Wannsee-Konferenz: Neue Ausstellung zum Mord an den Juden

Das Haus der Wannsee-Konferenz, in dem sich 1942 Vertreter deutscher Ministerien und des NS-Machtapparats auf den millionenfachen Mord der europäischen Juden verständigten, bekommt eine neue Dauerausstellung.

Ein Mann steht vor einer Informationswand

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Ein Mann steht vor einer Informationswand in der Dauerausstellung.

Die Gedenkstätte am Berliner Wannsee, wo 15 Männer die «Endlösung der Judenfrage» festschrieben, stellt die Konferenz vom 20. Januar 1942 als Teil des großangelegten Mordplans der Nationalsozialisten dar, wie Direktor Hans-Christian Jasch am 16. Januar 2020 sagte. Die Ausstellung wird am 19. Januar von Außenminister Heiko Maas (SPD) eröffnet.

Protokoll mit dem Stempel «Geheime Reichssache»

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht wie schon zuvor das 15 Seiten lange Protokoll mit dem Stempel «Geheime Reichssache». Von dem Dokument hatte der später in Israel zum Tode verurteilte Adolf Eichmann 30 Kopien anfertigen lassen, von denen nur eine erhalten blieb. Das Protokoll über die Aufgaben der einzelnen Behörden bei der Verfolgung und Ermordung der Juden ist ein Schlüsseldokument des Holocaust, das Treffen das Sinnbild für seinen kaltblütigen Vollzug.

Besucher erfahren Hintergründe über Schicksale einzelner Verfolgter

Auf Schautafeln und Videomonitoren geht die Ausstellung auf die Vorgeschichte der Konferenz ein. Deutlich wird dabei, dass die Verfolgung lange vor dem Treffen in der einstigen Fabrikanten-Villa begann. Besucher erfahren Hintergründe über die Konferenzteilnehmer und über Schicksale einzelner Verfolgter. Die Ausstellung wolle den Blick jenseits der Täterperspektive auf die Opfer hin erweitern.

Vergleich der Ausgrenzung in der NS-Zeit mit der in der Gegenwart

Für Diskussionen dürfte ein interaktiver Monitor sorgen, auf dem Besucher aufgefordert werden, über die Lehren der Geschichte nachzudenken. Dabei wird etwa nach einem Foto zur Ausgrenzung von Juden aus dem öffentlichen Leben in der NS-Zeit eine gezeichnete Darstellung aus der Gegenwart gezeigt - ein angebliches Besuchsverbot junger männlicher Flüchtlinge im Freibad.
Die Absicht sei, damit eine Debatte anzustoßen und keine Vergleiche zu ziehen, betonte die stellvertretende Direktorin Elke Gryglewski. Sollten Missverständnisse aufkommen, wolle die Ausstellung auf solche Beispiele verzichten. Das Haus der Wannsee-Konferenz hatte 2018 rund 116 000 Besucher.
Haus der Wannsee-Konferenz
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 16. Januar 2020 15:52 Uhr

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