Videokünstler Melhus öffnet Atelier bei Liebermann

Videokünstler Melhus öffnet Atelier bei Liebermann

An einem «Hot Set» dürfen Szenarien bei Filmarbeiten nicht mehr verändert werden. Alles ist bereit für den Dreh. Der Berliner Videokünstler Bjørn Melhus gewährt mit der Ausstellung «Hot Set» einen Blick in seine Arbeitsweise und die Produktion seiner Filme.

«Hot Set»  im Max-Liebermann-Haus

© dpa

Eine Frau geht an einem Bild des Künstlers Björn Melhus im Max-Liebermann-Haus vorbei.

Die Stiftung Brandenburger Tor zeigt das Ergebnis bis zum 20. Oktober in seiner Ausstellungsreihe «im Atelier Liebermann» in dem Gebäude neben dem Brandenburger Tor, das dem Impressionisten Max Liebermann (1847-1935) als Stadtatelier diente.
Die Vielfalt des Rollenspiels von Melhus, der seit Jahrzehnten fast alle Charaktere seiner Produktionen selbst darstellt, zeigt sich gleich zu Beginn mit seinen «Headshots», die ihn als Ausschnitte oder Porträts in teils sehr bizarren Aufzügen zeigen. Mal stellt er sehr menschliche Rollen dar, mitunter wird es tierisch, manche Charaktere sind geschlechtsübergreifend oder rein fiktiv.
Komplette Arbeiten, Ausschnitte oder verworfenes Material verweisen auf die Entstehung der Videos. Mehr und mehr gewinnt die Ausstellung an Ateliercharakter, wenn Melhus aus seinen Archiven Ausstattungsstücke für die Produktionen zusammenträgt. Vieles wirkt komisch, hat aber oft einen sehr ernsten Hintergrund. Melhus blickt immer wieder kritisch auf seine Umwelt, verquickt dafür Zitate aus Filmen, Stimmen von Schauspielern oder Elemente aus Werbung und Alltag.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 22. August 2019 15:54 Uhr

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