Impressionisten bei Nacht und Regen

Impressionisten bei Nacht und Regen

Wer an Impressionismus denkt, hat oft Bilder mit sonnendurchflutete Landschaften vor den Augen. Zwei Ausstellungen in Berlin widmen sich nun dem Blick von drei sehr unterschiedlichen arbeitenden Impressionisten auf Nacht und Regen. «Wir werden an die Grenzen geführt, was wir unter Impressionismus verstehen», sagte Ralph Gleis, Direktor der Alten Nationalgalerie am 14. Mai 2019.

Die Alte Nationalgalerie in Berlin

© dpa

Die Alte Nationalgalerie in Berlin.

Dort dreht sich alles um eine Ikone des Impressionismus, die von einem vergleichsweise unbekannten Maler stammt. Im Zentrum von «Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen der Impressionisten» steht sein berühmtes Bild «Straße in Paris, Regenwetter» von 1877. Gleis hat das Gemälde mit der Straßenszene und einem markant im Vordergrund unter großem Regenschirm flanierenden Paar aus dem Art Institute of Chicago ausleihen können. Im Gegenzug hängt dort nun Édouard Manets «Wintergarten» von 1878/79.

Caillebotte war «treibende Kraft im Zentrum des Netzwerks der Impressionisten»

Der extrem wohlhabende Franzose Caillebotte (1848-1894) war Gleis zufolge als Pariser Mäzen «treibende Kraft im Zentrum des Netzwerks der Impressionisten». Er kaufte nicht nur ihre Werke, als die Künstler noch vor ihrem Durchbruch standen. Caillebotte besorgte auch Orte für Ausstellungen, zahlte Miete von Monet, dessen Trauzeuge er wurde, unterstützte Renoir finanziell, für dessen Sohn er die Patenschaft übernahm. Gleichzeitig entwickelte er seine eigene Malkunst. «Straße in Paris, Regenwetter» war erstmals 1877 während der dritten Impressionistenausstellung in Paris zu sehen.

Liebermann-Villa stellt zwei Berliner Impressionisten gegenüber

«Max Liebermann und Lesser Ury - Zweimal Großstadt Berlin» ist als erste Ausstellung unter dem neuen Liebermann-Villa-Direktor Daniel Spanke bis zum 26. August 2019 zu sehen. Die beiden zunächst verbundenen, später konkurrierenden Künstler sind mit eindrucksvollen Blicken auf den Alltag der Metropole gegenübergestellt. Mit Liebermann (1847-1935) lässt sich verfolgen, wie das Bürgertum den einst königlichen Tiergarten für sich erobert. Ury (1861-1931) sucht die dunkle Seite der Stadt: Seine nächtlichen, verregneten Straßenszene spielen mit den Reflexionen von Licht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 16. Mai 2019 16:02 Uhr

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