Mehr als Worte: 150 Jahre Postkartengrüße

Mehr als Worte: 150 Jahre Postkartengrüße

21. August 2019 bis 05. Januar 2020

Die Ausstellung «Mehr als Worte. 150 Jahre Postkartengrüße» im Museum für Kommunikation in Berlin widmet sich der Entstehung, der Entwicklung und der Vielfalt der Postkarte.

  • Mehr als Worte. 150 Jahre Postkartengrüße© Museum für Kommunikation Berlin
    Soldatenpost (1906): Post von den Lieben daheim war nicht nur in Kriegszeiten ein Höhepunkt im Alltag von Soldaten. Diese warten immer auf Briefe und Postkarten mit Nachrichten aus der Heimat. Noch beliebter waren dieser Ansichtskarte zu Folge mit Lebensmitteln gefüllte Pakete. Auch Geld, das per Postanweisung übermittelt wurde, war willkommen. Ermäßigte Gebühren für Soldatenbriefe, Pakete und Postanweisungen trugen dazu bei, die Korrespondenz zwischen Soldaten in der Kaserne oder im Feld und ihren Angehörigen lebendig zu halten.
  • Mehr als Worte. 150 Jahre Postkartengrüße© Museum für Kommunikation Berlin
    Um 1970, Bundesrepublik Deutschland: Nach 1961 gehörte die Besichtigung der Berliner Mauer zum Pflichtprogramm für Besucher*innen Westberlins. Entsprechend ist sie auf vielen Westberliner Ansichtskarten als Sehenswürdigkeit zu finden.
  • Mehr als Worte. 150 Jahre Postkartengrüße© Museum für Kommunikation Berlin
    Erste Postkarte der Welt: in Österreich-Ungarn am 1.10.1869 von Perg nach Kirchdorf verschickt, Vorder- und Rückseite 1865 schlug Heinrich von Stephan, Postreformer und Gründer des Reichspostmuseums – dem heutigen Museum für Kommunikation Berlin –, die Einführung eines offenen „Postblattes“ als einfache und kostengünstige Alternative zum Brief vor. Kritiker*innen äußerten jedoch ihre Besorgnis um das Briefgeheimnis, die Wahrung der guten Sitten und befürchteten sinkende Einnahmen. Am 1.10.1869 führte die Post in Österreich-Ungarn die „Correspondenz-Karte“ ein – und kam Deutschland somit zuvor.
  • Mehr als Worte. 150 Jahre Postkartengrüße© Museum für Kommunikation Berlin
    1898, Abnahme der Kaiser-Parade durch Kaiser Wilhelm II.: Das Militär besaß im Kaiserreich hohes Ansehen. Entsprechend war die Teilnahme an einem Kaiser-Manöver eine Postkarte an Befreundete und Bekannte wert – erst recht, wenn man laut Mitteilungstext im September 1898 den allerhöchsten Befehlshaber selbst zu Gesicht bekommen hatte.
Die erste Postkarte wurde am 1. Oktober 1869 verschickt und sie traf den Nerv der Zeit: Sie erfüllte das Bedürfnis nach einem vereinfachtem und raschem Informationsaustausch. Auch heute noch und den digitalen Messenger-Diensten wie WhatsApp, Facebook-Messanger und Telegram zum Trotz erfreuen sich die Postkarten erstaunlich großer Beliebtheit. Damals wie heute veranschaulichen die Bildmotive die Mitteilung, ergänzen sie, schmücken sie aus oder ersetzen diese sogar.

500 Postkarten: «unanständiges» Postblatt, Propaganda, Urlaubsgrüße

Das Museum für Kommunikation präsentiert in der Ausstellung «Mehr als Worte. 150 Jahre Postkartengrüße» über 500 Postkarten und spann den Bogen von den Vorläufern und der Hochzeit der Postkarte im Kaiserreich über Feldpostkarten, Kunstpostkarten, Propagandakarten, Postkarten in Ost und West bis zur digitalen Postkarte und Postcrossing. Im Fokus stehen zudem die Praktik des Sammelns sowie ganz besondere Stücke aus der Sammlung der Museumsstiftung Post- und Telekommunikation.

Auf einen Blick

Was: Mehr als Worte. 150 Jahre Postkartengrüße
Wann: 21. August 2019 bis 05. Januar 2020
Wo:Museum für Kommunikation
Öffnungszeiten: Dienstag von 9 bis 20 Uhr, Mittwoch bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr (geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember 2019)
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 3 Euro

Museum für Kommunikation

Adresse
Leipziger Straße 16
10117 Berlin

Quelle: Museum für Kommunikation/bearbeitet Berlin.de

| Aktualisierung: 8. August 2019