Häusliche Gewalt

Abteilung 21 und Abteilung 32

Das Thema „Häusliche Gewalt“ hat aufgrund seiner gesellschaftspolitischen Bedeutung und seiner komplexen Erscheinungsformen bereits seit über 25 Jahren einen besonderen Stellenwert in der Strafverfolgung durch die Amtsanwaltschaft Berlin. Die Ermittlungsverfahren werden in zwei spezialisierten Abteilungen mit hoher Sachkunde durch 16 Amtsanwältinnen und Amtsanwälte bearbeitet.

Es werden Straftaten verfolgt, die im Rahmen bestehender oder aufgelöster häuslicher Partnerschaft oder zwischen Angehörigen begangen werden. Neben Körperverletzungsdelikten werden Verfahren wegen Bedrohung, Nötigung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch bearbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Strafanzeigen wegen Nachstellung (sog. „Stalking“) und wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz gelegt.

Insbesondere die Aufklärung dieser umgangssprachlich als „Stalking“ bezeichneten Vergehen ist für die Opfer angesichts zu erduldender psychischer Belastungen von enormer Bedeutung. Dies gilt für die Opfer von Tätern, die aus Wut, Schmerz oder Trauer nach einer Erklärung für das Ende der Beziehung suchen, in noch stärkerem Maße aber für Stalker, die unbeeindruckt von der Trennung oder als unbekannte „Verehrer“ dem Opfer an der Wohnanschrift oder Arbeitsstelle auflauern und mit Anrufen zu allen Tages- und Nachtzeiten, Mails oder in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram belästigen. Teils werden Namensschilder an der Klingel entfernt, Reifen zerstochen, Lack zerkratzt oder Schlösser verklebt. Wenn Bestellungen von Waren und Dienstleistungen unter dem Namen des Opfers abgeschlossen werden, haben die Betroffenen Mühe, die unerwünschten Sendungen zurückzusenden, Abonnements zu kündigen oder Pizzaboten und Taxifahrer davon zu überzeugen, dass ein anderer die Bestellung aufgegeben oder den Auftrag erteilt hat.

Zur Aufklärung solcher Vorwürfe werden die Opfer und Zeugen in der Regel von Amtsanwältinnen und Amtsanwälten persönlich vernommen. Denn auf diese Weise bekommen sie einen persönlichen Eindruck von den Beteiligten und der in der Regel untragbaren Situation insbesondere der Frauen, können gegebenenfalls Ängste der Geschädigten vor einem Gerichtsverfahren abbauen und Unterstützungsmöglichkeiten darlegen, die von Seiten der Justiz bestehen. Schließlich setzen sich Amtsanwältinnen und Amtsanwälte auch mit den zuständigen Familiengerichten in den Fällen in Verbindung, in denen eine Gefährdung des Kindeswohls zu befürchten ist.

Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit und bedarf daher besonderer Aufmerksamkeit!