Allgemeine Informationen

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Die Amtsanwaltschaft Berlin ist neben der Generalstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft Berlin eine eigenständige Ermittlungsbehörde. Sie ist zuständig für die Verfolgung von kleineren bis mittleren Straftaten, bei denen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu einer Höhe von 2 Jahren zu erwarten sind.

Hierzu gehören Fälle der sogenannten „Alltagskriminalität“ wie Zech- und Tankbetrug, kleinere Fälle des Diebstahls, Unterschlagung oder Hehlerei, Körperverletzungen, verbale Auseinandersetzungen, aber auch häusliche Gewalt und Verkehrsdelikte wie Trunkenheitsfahrten und Verkehrsunfallfluchten. Auch das 2017 neu geschaffene Delikt des verbotenen Autorennens wird bei der Amtsanwaltschaft bearbeitet.

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Gerade bei der Bearbeitung dieser als Klein- oder Massenkriminalität bezeichneten Straftaten zeigt sich die Wichtigkeit der Arbeit der Amtsanwaltschaft am deutlichsten. Denn der einzelne Bürger ist durch Kellereinbrüche, Schäden an Fahrzeugen (Parkplatzschaden mit Fahrer-flucht u.dgl.) oder Schmierereien an Hauswänden, durch Nachbarschaftsstreitigkeiten, Fahr-rad- oder Taschendiebstähle, Beleidigungen im Straßenverkehr oder Bedrohungen im Internet als Opfer, Geschädigter oder Verletzter unmittelbar betroffen und gerade deshalb auf die ordnungsgemäße und qualitätsvolle Bearbeitung durch die Amtsanwaltschaft angewiesen. Taschendiebstähle an belebten Plätzen, bei denen Tätergruppen oftmals arbeitsteilig zusammenwirken, können durch gezielte kriminalistische Überwachung ebenso aufgeklärt werden wie Diebstähle in Altenheimen und Krankenhäusern oder Verfahren wegen gewerbsmäßiger Diebstähle durch Serientäter.

Die Ermittlung und Verfolgung von Körperverletzungsdelikten, zumal bei Kneipenschlägereien oder wenn Messer, Baseballschläger, Pfefferspray oder andere Werkzeuge zum Einsatz gekommen sind, ist wegen der Vielzahl sich regelmäßig widersprechender Zeugenaussagen in der Regel sehr aufwändig. Auch in Verkehrsstrafsachen ist eine sorgfältige und gleichwohl schnelle Bearbeitung unverzichtbar, denn neben der Geldstrafe wird oft ein Fahrverbot verhängt oder gar die Fahrerlaubnis in Gänze entzogen, was für Betroffene, die beruflich auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, von hoher Bedeutung ist.

Neben Straftaten bearbeitet die Amtsanwaltschaft auch sogenannte Ordnungswidrigkeitsverfahren, bei denen Einspruch gegen die Entscheidung der Verwaltungsbehörde eingelegt wurde. Ganz überwiegend betrifft dies Einsprüche in Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren z.B. nach Geschwindigkeits- oder Rotlichtverstößen, aber auch komplexe Bußgeldbescheide im Bereich des Lebensmittelrechts wegen irreführender Warenbezeichnungen oder verunreinigter Läden und Restaurants.

Die Amtsanwaltschaft bewältigt ihre gesetzlichen Aufgaben mit derzeit ca. 97 Amtsanwältinnen und Amtsanwälten und weiteren Mitarbeitern des einfachen, mittleren und gehobenen Dienstes.

Pro Jahr werden durchschnittlich ca. 400.000 Verfahren bearbeitet.

Eine Amtsanwältin oder ein Amtsanwalt ist ein Beamter in einer Sonderlaufbahn des gehobenen Dienstes, der bestimmte Aufgaben einer Staatsanwältin oder eines Staatsanwalts wahr-nimmt. Die Zuständigkeit ergibt sich aus dem Gerichtsverfassungsgesetz und der Anordnung über Organisation und Dienstbetrieb der Staatsanwaltschaft. Voraussetzung für die Tätigkeit als Amtsanwältin oder Amtsanwalt ist ein abgeschlossenes Rechtspflegerstudium sowie eine ca. 1 ½ jährige Zusatzausbildung.
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Leitbild der Amtsanwaltschaft

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