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Bild: Urban Catalyst

Von der Münzprägeanstalt zum Kultur- und Kreativstandort

Vier verschiedene Währungen wurden im Gebäudeensemble der Alten Münze zwischen der Inbetriebnahme ab 1936 und der Standortaufgabe im Jahr 2005 geprägt. An die Zeiten als Prägefabrik erinnern heute nur noch die dunklen Tresorräume in den weitläufigen Kellern, drei Schornsteine und vergitterte Fenster.
Seit rund 10 Jahren befinden sich im Gebäudekomplex neue Nutzungen wie ein Museum für Kunst und Design (im Direktorenhaus) sowie Räume für Veranstaltungen und Ausstellungen und Arbeitsräume. Aktuelle Nutzer*innen sind u.a. die Spreewerkstätten sowie der Meisterrat (German Craft Council).

Nach Jahren der Zwischennutzung hat das Abgeordnetenhaus 2018 die dauerhafte Nutzung der ehemaligen Prägestätte als Kultur- und Kreativstandort durch einen Beschluss gesichert. In einem partizipativen Verfahren soll ein Konzept für die Nutzung und eine nachhaltige kostendeckende Bewirtschaftung des Gebäudekomplexes erarbeitet werden.
Für eine langfristige Nutzung des Areals als Kultur- und Kreativstandort bedarf es der grundlegenden Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudebestands, der Anpassung an aktuelle baurechtliche Vorgaben und der Herrichtung für den neuen Nutzungszweck. Die dafür erforderlichen Sanierungs- und Herrichtungsarbeiten werden aus Mitteln des „Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds” (SIWANA) finanziert, sie sind auf 35 Millionen Euro angesetzt und sollen bis 2026 abgeschlossen sein.

Als das Gebäudeensemble mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 15.500 m² im Jahr 2006 dem Liegenschaftsfonds (2015 mit der BIM verbunden) übertragen wurde, war diese Entwicklung keineswegs absehbar. Vielmehr sollte die Alte Münze im Rahmen eines Bieterverfahrens zum Höchstgebot verkauft werden. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde 2008 notariell beurkundet, jedoch 2010 wieder rückabgewickelt. Im Anschluss gab es weitere Verkaufsaktivitäten, bei denen jedoch neben der Kaufpreishöhe auch Nutzungskonzepte Auswahlkriterium waren. Im Zuge der Einführung der „Transparenten Liegenschaftspolitik“ des Landes Berlin, die eine Abkehr vom Verkauf landeseigener Liegenschaften nach dem Höchstpreisprinzip vorsieht, wurden die Verkaufsaktivitäten schließlich gestoppt. 2016 wurde der dauerhafte Verbleib der Immobilie im Landeseigentum beschlossen und Überlegungen für die zukünftige Nutzung aufgenommen. 2017 hatte die BIM eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um die Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudebestands, den Sanierungsumfang und das Flächenpotential zu ermitteln. Die darin enthaltenen Annahmen für Nutzungen werden nicht umgesetzt, vielmehr werden Grundlagen für ein Nutzungskonzept im partizipativen Prozess erarbeitet.

Die Alte Münze bietet Kulturschaffenden in bester Innenstadtlage viele Potentiale. Diese Gruppe ist von Verdrängung und steigenden Mieten besonders betroffen.

Alte Münze

Meilensteine zum Kreativ- und Kulturstandort

Alte Münze

Beschluss des Abgeordnetenhauses Berlin vom 17. Mai 2018

PDF-Dokument (19.6 kB)

Machbarkeitsstudie

PDF-Dokument (7.0 MB)

Raumbuch

PDF-Dokument (1.6 MB)

Mehr über die Geschichte der Alten Münze

PDF-Dokument

Ausstellung: "Alte Münze neu geprägt" 2018

PDF-Dokument (4.1 MB)

Factsheet Alte Münze

PDF-Dokument (2.2 MB)

Externe Veranstaltungen
im Rahmen der Ausstellung „Alte Münze neu geprägt“ von Eberhard Elfert

Freitag, 22.02.2019
Der Molkenmarkt 1–3, Annäherung an einen historischen Standort. Ereignisse, Dokumente, Perspektiven.
Das Kurationsteam der Ausstellung „Alte Münze neu geprägt“ (20.11.-3.12.2018),
Eberhard Elfert und Katharina Wolf, stellen ihre Recherchen vor und diskutieren ihre Ergebnisse.

Montag, 25.02.2019
Wie viel Denkmalschutz braucht der neue Kulturstandort im historischen Zentrum von Berlin?
Wir diskutieren die Chancen der „Alte Münze“, zu einem neuen „Lernort Denkmalschutz“ zu werden,
an dem auch Bürger*innen ihren Teil zum Schutz und Erhalt des kulturellen Erbes beitragen können.

Podiumsteilnehmer*innen
Sybille Haseley / Landesdenkmalamt Berlin
Prof. Dr. phil. Gabi Dolff-Bonekämper / Institut für Stadt- und Regionalplanung, TU Berlin
*Eckhard Hasler * / Stadtplaner, Dipl.-Ing. Stadt- und Regionalplanung und Mediator

Donnerstag 28.02.2019
Wie viel Geschichte braucht der neue Kulturstandort im historischen Zentrum von Berlin?
Wir erörtern, welches Format der Geschichtsvermittlung hier vor Ort sinnvoll sein könnte
und welche (rechtlichen, finanziellen) Rahmenbedingungen dafür erforderlich wären.

Podiumsteilnehmer*innen
Ralf Bähren / Dipl. Designer Kreativdirektor für Szenografie und Ausstellung
Virtuelle, haptische, raumgreifende, multiperspektivische und
interaktive Vermittlung komplexer Inhalte in Ausstellungskontexten
Dr. Benedikt Goebel / Stadtforscher
Selbstständig tätig in der Entwicklung von Projekten zur Stadtentwicklung
Rainer E. Klemke / Diplompolitologe