Kritik an geplanter Zusammenlegung von Mini-Gemeinden

Kritik an geplanter Zusammenlegung von Mini-Gemeinden

Auf den Beschluss der evangelischen Landeskirche, Kleingemeinden zusammenzulegen, hat die «Initiative Kirche im Dorf lassen» mit Kritik reagiert. Das sei ein schwerer Fehler, sagte Christoph Albrecht von der Initiative am Sonntag in einer Mitteilung. Die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin, Brandenburg, schlesische Oberlausitz (EKBO) hatte am Samstag für ein neues Kirchengesetz über eine Mindestmitgliederzahl gestimmt.

Ein Kruzifix

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Ein Kruzifix, die künstlerische Darstellung des gekreuzigten Christus.

Damit verlieren bis zu 642 Gemeinden mit 300 oder weniger Mitgliedern ihre rechtliche Eigenständigkeit. Betroffen sind mehr als die Hälfte der 1135 Gemeinden, mit teils nur wenigen Dutzend Mitgliedern, so dass sich mehrere zusammenschließen müssen.
Die Regeln sind in der Kirche heftig umstritten. Die Jahrhunderte alten und nach wie vor sehr lebendigen Gemeinden werden sich nicht zwangsweise fusionieren lassen, sondern um ihre Selbstständigkeit kämpfen, kündigte Albrecht von der Initiative an. Es werde befürchtet, dass es ohne Eigenständigkeit weniger Engagement für die örtliche Gemeinde gebe. Zudem bestehe die Gefahr, dass Kirchen in kleinen Dörfern letztlich aufgegeben würden. Angestrebt werde jetzt ein Musterprozess. Zur Initiative gehören 29 Kirchengemeinden.
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Die Kirchenleitung hält dagegen, dass Kleingemeinden mit den Fusionen von Verwaltungsarbeit entlastet würden und somit mehr Zeit für Glaubensfragen hätten. Auch mit der Reform verschwinde die Kirche nicht aus dem Dorf. Das Kirchenparlament ergänzte das Gesetz mit einer Klausel, wonach Ausnahmen möglich sind. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2022 in Kraft treten.
«Aufbruch gelingt nur durch Veränderung, und heute haben wir die Weichen dafür gestellt», erklärte Präses Harald Geywitz nach Abschluss der Landessynode.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 14. November 2021 12:18 Uhr

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