Prozess: Therapeutin berichtet über Probleme der Pflegekraft

Prozess: Therapeutin berichtet über Probleme der Pflegekraft

Im Prozess um die Tötung von vier Bewohnern eines Potsdamer Heims für Menschen mit Behinderung hat eine Psychoanalytikerin im Prozess über die berufliche Überforderung der Angeklagten berichtet. So soll die 52-jährige Pflegekraft in einer Sitzung geäußert haben: «Ich habe da schreckliche Gedanken. Ich könnte meine Klienten massakrieren. Das ist doch nicht normal.» Das sei schon ein «Merkposten», sagte die 77-Jährige am Donnerstag im Prozess. Doch zwischen Realität und Fantasie gebe es einen Unterschied.

Justitia

© dpa

Eine Figur der blinden Justitia.

Die Angeklagte sei acht Jahre lang bei der Expertin in Behandlung gewesen. Sie habe mehrfach über ihre berufliche Überforderungssituation gesprochen. Auch habe sie Suizidgedanken geäußert.
Nach Angaben der Therapeutin habe die Angeklagte versucht, ihren Job zu wechseln. Doch andere Stellen seien schlechter bezahlt gewesen. Sie habe ihre Familie versorgen müssen. Es sei nicht die einzige Pflegekraft, die die Analytikerin in Behandlung gehabt habe. «Es ist ein ganz harter Beruf.»
Laut Anklage soll die 52-Jährige, die wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt ist, am Abend des 28. Aprils in dem Wohnheim vier wehrlose Bewohner im Alter zwischen 31 und 56 Jahren mit einem Messer in ihren Zimmern angegriffen und tödlich verletzt haben. Eine 43 Jahre alte Bewohnerin überlebte schwer verletzt nach einer Notoperation. Bislang hat sich die Angeklagte nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sie soll nach einem psychiatrischen Gutachten die Taten im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit begangen haben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. November 2021 17:53 Uhr

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