Ministerin nach Corona-Ausbruch: Impfpflicht schwierig

Ministerin nach Corona-Ausbruch: Impfpflicht schwierig

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Schorfheide am Werbellinsee mit acht Toten hat sich Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) betroffen gezeigt. «Erstmal muss ich sagen, dass ich auch sehr erschüttert bin über diese Vorgänge, weil das ist genau das, was wir nach den Erfahrungen von Anfang des Jahres vermeiden wollten», sagte die Ministerin am Montag im Inforadio. Mitarbeiter des Ministeriums hätten alle stationären Einrichtungen in Brandenburg angerufen und gefragt, ob Unterstützung durch Impfteams benötigt werde. Dieses Heim habe Termine für Auffrischungsimpfungen gehabt, die wegen des Ausbruchs zurückgestellt worden seien.

Ursula Nonnemacher (Bündnis90/ Die Grünen)

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Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Brandenburger Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz.

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Senioren-Residenz in Schorfheide am Werbellinsee sind nach Angaben des Landkreis Barnim bereits acht Bewohner gestorben. Zuvor hatte der RBB berichtet. Dem Bericht zufolge sind 42 Bewohner und 15 Mitarbeiter der Einrichtung im Ortsteil Altenhof an Covid-19 erkrankt. Laut der Amtsärztin des Landkreises, Heike Zander, liegt die Impfquote der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Einrichtung bei lediglich etwa 50 Prozent.
Impfpflicht sei in Deutschland ein schwieriges Unterfangen, sagte Ministerin Nonnemacher in diesem Zusammenhang. Beim Start der Impfkampagne hätten Bundes- und Landesregierung versprochen, dass es keine Impfpflicht geben werde. Sie zeigte jedoch Verständnis für die Forderung nach berufsbezogener Impfpflicht für Pflegende im medizinischen Sektor - auch in Kita und Schule. Das werde sich aber nicht so leicht umsetzen lassen. «Da sind ja hohe juristische Hürden dahinter», betonte sie. Daher müsse das Personal wieder täglich getestet werden in vulnerablen Bereichen in den Kliniken und Pflegeheimen. Da müssten die Leitungen in den Einrichtungen auch «hinterher sein».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. November 2021 11:34 Uhr

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