Schlechte Prognose für Storchennachwuchs

Schlechte Prognose für Storchennachwuchs

Ersten Zahlen des Nabu Brandenburg zufolge war 2021 kein gutes Storchenjahr. «In einigen Regionen Brandenburgs haben wir beim Nachwuchs große Verluste», sagte der Storchenexperte Bernd Ludwig der Deutschen Presse-Agentur. Betroffen sei vor allem der Nordosten des Landes.

Storch versorgt den Nachwuchs

© dpa

Ein Storchenküken bettelt bei einem Eltertier nach Nahrung.

Noch liegen nicht alle Zahlen der Kreise vor. Nach einer ersten Auswertung der vorhandenen Daten sagt Ehrenamtler Ludwig: «Es sieht nicht gut aus».
Grund sei vor allem der Starkregen Ende Juni/Anfang Juli. «Die Jungen waren schon zu groß, dass sich die Alten über sie legten. Das Gefieder aber war noch nicht dicht genug, dass es den Regen abhält», sagt Ludwig. Viele der jungen Störche unterkühlten. «19 Tote im Altkreis Nauen, 21 Tote aus dem Altkreis Oranienburg, 31 aus Angermünde...», Ludwig zitiert aus bereits vorliegenden Zahlen.
Im Storchendorf Linum bei Oranienburg, nordwestlich von Berlin, hatte es in diesem Jahr neun Horstpaare gegeben. Sie hätten acht Junge ausgebrütet, sieben davon seien gestorben. «Auf ein Horstpaar weniger als ein Junges, das ist eine schlimme Angelegenheit. Wir brauchen zwei, um die Population zu erhalten.» Besser sieht es den ersten Zahlen zufolge im Westen und Süden des Landes bislang aus. Im Altkreis Rathenow seien es 2,3 Junge pro Horst gewesen.
Neben Starkregen machten den Störchen aber auch Pestizide auf den Feldern, wenig Nahrung und die Flugroute zu schaffen. In Brandenburg brüten vor allem Ostzieher, die im Winter über den Bosporus bis nach Afrika fliegen. Starker Gegenwind und Schneefall in Bulgarien machten es für die Brandenburger Brutvögel schwer, ihr Ziel rechtzeitig zu erreichen. «Einige kamen erst Ende April, da brüten sie nicht mehr», weiß Ludwig.
Auch weiter nördlich in Deutschland sieht es nach den ersten Zahlen nicht gut aus mit dem Storchennachwuchs. «Die Bilanz ist unterdurchschnittlich», sagte Nabu-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut in Bergenhusen in Schleswig-Holstein. Schuld sei das kalte Frühjahr und der Nahrungsmangel. Kamen in Schleswig-Holstein zuletzt noch 1,6 Junge pro Storchenpaar, waren es in diesem Jahr nur 0,4. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sehe es ähnlich ungünstig aus.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 21. September 2021 05:28 Uhr

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