Brandenburg lädt junge Berliner zur Ausbildung ein

Brandenburg lädt junge Berliner zur Ausbildung ein

Die Brandenburger Landesregierung hat Berlinerinnen und Berliner ohne Ausbildungsplatz zur Lehre in der Mark aufgerufen - denn dort sind mehr als 1000 Stellen unbesetzt. «Es gibt an der Stelle auch noch was außerhalb von Berlin, wo man attraktiv seine Ausbildung machen kann», sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Donnerstag in Potsdam. «Ich verspreche Ihnen, Sie werden feststellen, da kann man nicht nur überleben in Brandenburg, sondern da kann man sehr gut leben, unabhängig auch von der Qualität der Ausbildung.» Er rief junge Berliner dazu auf, Ausbildungsorte zu besuchen und sich anzuschauen.

Brandenburg lädt junge Berliner zur Ausbildung ein

© dpa

Ein Auszubildender im KFZ-Handwerk arbeitet mit einer Flex.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) warb für die duale Ausbildung. «Es ist immer eine richtig gute Eintrittskarte in die Erwerbstätigkeit», sagte Ernst. «Es ist in der Regel damit verbunden, sehr niedrige Risiken der Arbeitslosigkeit zu haben und insofern immer ein richtiger Weg.» In einem Flächenland gebe es längere Wege zur Berufsschule. Auszubildende würden aber unterstützt und könnten zum Beispiel ein Azubi-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr für 365 Euro nutzen. Außerdem gebe es Wohnheime etwa zur Nutzung bei Blockunterricht, für die Gesamtkosten würden 50 Prozent Zuschuss gezahlt.
Nach Angaben der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Agentur für Arbeit sind 4500 Schülerinnen und Schüler in Brandenburg noch nicht mit einer betrieblichen Ausbildung versorgt. Rund 5800 Stellen können in den Unternehmen allerdings noch besetzt werden. In der Uckermark und im Kreis Oberhavel sei die Lücke größer als im Durchschnitt des Landes, sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Ramona Schröder. In Berlin fehlen nach Angaben von Schröder rund 2000 Ausbildungsstellen.
Minister Steinbach sieht Probleme in den Kammerbezirken Potsdam - nicht in der Landeshauptstadt selbst - und Cottbus, während es in Frankfurt (Oder) deutlich besser aussehe.
Fachkräfte werden laut Arbeitsagentur in fast allen Bereichen händeringend gesucht. Die Vorsitzende der Geschäftsführung nannte die Baubranche, den Maschinenbau, die Energietechnik, Logistik und Pflegeberufe als Beispiele. Sie wies darauf hin, dass es neben dem Mangel an Fachkräften auch noch das altersbedingte Ausscheiden von Fachkräften gebe.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 19. August 2021 17:21 Uhr

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