Mehr Fälle der Delta-Variante: Lage in Kliniken entspannt

Mehr Fälle der Delta-Variante: Lage in Kliniken entspannt

Im Land steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus wieder leicht. Die ansteckendere Delta-Variante ist weiter auf dem Vormarsch. Die Lage in Brandenburgs Kliniken ist derzeit aber entspannt. Die Zahl von Covid-19-Patientinnen und -patienten in den Häusern liege aktuell im Land durchschnittlich im niedrigen zweistelligen Bereich, sagte Michael Jacob, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Auf der Intensivstation seien es einstellige Zahlen. «Häufig sind das keine Neuzugänge, sondern Covid-Patienten, die lange beatmet werden müssen.»

Ein Intensivbett für einen Coronapatienten

© dpa

Ein Intensivbett für einen Coronapatienten.

Im Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum liegen derzeit keine Covid-19-Patienten. Die Intensivbetten seien mit anderen Patienten belegt, die intensiv versorgt werden müssten. Ähnlich sieht es im Asklepios Klinikum in Schwedt (Uckermark) aus. Im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum sind es zwei Patienten und im Klinikum Niederlausitz in Senftenberg einer.
In den Intensivstationen der Krankenhäuser sind 19,7 Prozent der Betten frei, wie aus Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin hervorgeht. Viele Kliniken meldeten, dass es sich bei den Belegungen vor allem um Nicht-Covid-19-Fälle handelt.
Der Anstieg der neuen Corona-Ansteckungen hält nach Zahlen des Gesundheitsministeriums von Donnerstag in Brandenburg an, ist aber wieder etwas geringer ausgefallen. Innerhalb eines Tages kamen 23 neue Fälle hinzu, 4 Neuinfektionen wurden wegen Doppelzählungen abgezogen. Am Tag zuvor hatten die Gesundheitsämter noch 42 neue Fälle gemeldet, vor einer Woche waren es 13 neue.
Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl neuer Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche - legte in Brandenburg zu und liegt nun bei 5,2 nach 4,8 am Mittwoch. Das Land hat den höchsten Inzidenzwert der ostdeutschen Länder ohne Berlin. In Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz niedriger als in Brandenburg, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. In Berlin ist sie dagegen auf 11,6 gestiegen.
Von der Delta-Variante des Corona-Virus sind bislang im Land 137 Fälle nachgewiesen worden. In der Kalenderwoche 24 Mitte Juni wurden 8 Fälle von insgesamt 92 untersuchten Proben (8,7 Prozent) gezählt, eine Woche später waren es bereits 18 von 62 Erkrankungen (29 Prozent). Bundesweit liegt der Anteil der Delta-Variante bei den Neuerkrankungen aktuell bei 74 Prozent der untersuchten Proben.
Wie sehen sich die Kliniken mit Blick auf eine vierte Corona-Welle vorbereitet? «Wir sind gut aufgestellt, fachlich sogar noch besser als zuvor», sagte Mathias Eberenz, Pressesprecher der Asklepios Kliniken, zu denen neben rund 170 weiteren Einrichtungen in Deutschland auch das Klinikum in der Uckermark zählt. «Wir wissen jetzt besser, wann welche Medikamente gegeben werden müssen, wann beatmet werden muss und wann besser nicht. Das alles kommt Patienten zugute», so Eberenz. Knackpunkt ist und bleibe das Personal auf den Intensivstationen, auch wenn der Betreiber viel geschult habe.
Damaris Hunsmann vom Ernst von Bergmann-Klinikum sagte: «Sobald die Zahlen hier steigen, haben wir den Plan in der Tasche und können unsere Covid-19-Station an den Start bringen.» LKG-Geschäftsführer Jacob hofft, dass sich die Impfungen bei einer vierten Welle bemerkbar machen werden. «Die vulnerablen Gruppen sind durchgeimpft. Eine vierte Welle wird uns daher hoffentlich nicht mehr so stark treffen wie im Dezember und Januar.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 15. Juli 2021 17:26 Uhr

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