Brandenburg prüft Kriterien für Bewertung der Corona-Lage

Brandenburg prüft Kriterien für Bewertung der Corona-Lage

Für die Bewertung der Corona-Lage prüft Brandenburgs Landesregierung eine stärkere Ausweitung der Kriterien über die Sieben-Tage-Inzidenz hinaus. «Eine hohe Inzidenz allein bedeutet nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung auf den Intensivstationen der Krankenhäuser», sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag auf Anfrage. «Wir denken jetzt schon über eine Erweiterung der Eckwerte nach und machen der Staatskanzlei konkrete Vorschläge dazu.»

FFP2-Maske

© dpa

Eine FFP2-Maske liegt auf einem Leuchttisch.

Sie sei davon überzeugt, dass der Wert neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche - die Sieben-Tage-Inzidenz - weiter nötig ist, betonte Nonnemacher. «Wir müssen ihn allerdings mit anderen Faktoren unterfüttern wie der Impfquote, der Zahl der positiven Tests oder der verfügbaren Intensivbetten.» Auch die Entwicklung gefährlicher Mutanten müsse unbedingt in die Bewertung der Corona-Lage miteinfließen. Die Fälle der Delta-Variante hatten in Brandenburg zugenommen.
Das Gesundheitsministerium gibt jeden Tag die Zahl neuer Infektionen, den Inzidenzwert, die Sterbefälle, die Zahl der Krankenhauspatienten wegen Covid-19 und der Geimpften an. Nach Einschätzung der Bundesregierung soll bei der Lagebeurteilung trotz zunehmender Impfungen weiter die Sieben-Tage-Inzidenz eine wichtige Rolle spielen.
Für die Corona-Regeln ist in Brandenburg vor allem die Sieben-Tage-Inzidenz maßgeblich. Das Potsdamer Kabinett hatte die Corona-Umgangsverordnung am vergangenen Freitag bis Ende Juli verlängert. Im Freien gilt keine Maskenpflicht mehr und bei einer stabilen Inzidenz unter 20 sind keine negativen Tests notwendig.
Der allmähliche Anstieg von Corona-Ansteckungen setzt sich derweil in Brandenburg fort. Die Zahl neuer Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche kletterte landesweit auf 4,0, nach 3,7 am Vortag, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag berichtete. Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages insgesamt 20 neue Infektionen, allerdings mussten 4 Fälle aufgrund von Datenkorrekturen abgezogen werden. Den landesweit höchsten Inzidenzwert hat weiter der Landkreis Elbe-Elster mit 11,8. Vor einer Woche waren es acht neue Ansteckungen innerhalb eines Tages und die Sieben-Tage-Inzidenz lag landesweit bei 2,4.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 13. Juli 2021 16:53 Uhr

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