Erste Warnstreiks im Einzelhandel in Berlin und Brandenburg

Erste Warnstreiks im Einzelhandel in Berlin und Brandenburg

Mit ersten Warnstreiks im Berliner und Brandenburger Einzelhandel hat die Gewerkschaft Verdi ihren Forderungen Nachdruck verliehen. Verkäuferinnen und Verkäufer aus beiden Bundesländern sowie Beschäftigte aus den Lagern seien am Vormittag zum Wittenbergplatz im Berliner Stadtteil Schöneberg gekommen, sagte Conny Weißbach, Fachbereichsleiterin Handel im Landesbezirk Berlin-Brandenburg. «Wir fordern ein tabellenwirksames Angebot.» Aufgerufen waren Beschäftigte der Handelsketten Rewe, Edeka, Kaufland, Penny, Ikea sowie Galeria.

Verdi

© dpa

Eine Warnweste mit der Aufschrift «ver.di».

Die Betroffenheit in den Filialen halte sich indes in Grenzen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen. Verbraucher stünden nirgendwo vor geschlossenen Supermärkten oder Geschäften. Die Arbeitgeberseite bedaure die Aktionen. Ein Warnstreik zu diesem Zeitpunkt sei «völlig unüblich», sagte Busch-Petersen. «Wir sind am Start der Verhandlungen und erst seit 24 Stunden aus der Friedenspflicht raus.»
Verdi fordert für Zehntausende Verkäuferinnen und Verkäufer und Lagerbeschäftigte in Berlin und Brandenburg 4,5 Prozent mehr Geld, außerdem 45 Euro zusätzlich pro Monat. In der Branche soll außerdem ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde gelten.
Die Arbeitgeberseite wies das Forderungspaket in der ersten Verhandlungsrunde am Freitag vor einer Woche als zu hoch zurück. Allein Berliner Einzelhändler müssten ihren Beschäftigten damit insgesamt zehn Prozent mehr bezahlen, kritisierte der Handelsverband Berlin-Brandenburg.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 2. Juli 2021 16:55 Uhr

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