Nonnemacher wirbt für Corona-Impfungen bei über 12-Jährigen

Nonnemacher wirbt für Corona-Impfungen bei über 12-Jährigen

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) rät zu einer Corona-Impfung für 12- bis 17-Jährige - trotz fehlender Empfehlung der Ständigen Impfkommission. «Auch als Ärztin rate ich: Machen Sie Gebrauch davon!», sagte Nonnemacher am Donnerstag. Obwohl es keine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die Impfung der 12 bis 17-Jährigen gibt, sei der Schutz nach ärztlicher Aufklärung möglich.

Ursula Nonnemacher spricht

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Ursula Nonnemacher (Bündnis90/Die Grünen), Ministerin für Gesundheit in Brandenburg, spricht.

Die Stiko empfiehlt für diese Altersgruppe bisher nur Impfungen mit bestimmten Vorerkrankungen. Sie begründet dies unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für die Altersgruppe gering sei.
Nonnemacher besuchte am Donnerstag das Impfzentrum in Prenzlau, das in die Trägerschaft des Landkreises Uckermark überging. Bisher waren das Land, die Kassenärzte und das Deutsche Rote Kreuz zuständig. Die Impfzentren leisteten weiter einen wesentlichen Beitrag, betonte die Ministerin. «Besonders wichtig ist mir, dass auch Familien von unserem Impfangebot Gebrauch machen. In Familien wird das Virus schnell weitergetragen.»
Der Kreis Barnim übernahm die Zuständigkeit für das Impfzentrum in Eberswalde. Bis Anfang August sollen laut Ministerium neun von elf Impfzentren an die Kommunen gehen, die Zentren in Elsterwerda (Elbe-Elster) und Oranienburg (Oberhavel) sollen schließen. Die Impfungen finden vor allem in den Zentren und in Arztpraxen statt.
Die Zuständigkeit für Impfungen wechselte an diesem Donnerstag vom Innenministerium zurück ins Gesundheitsressort. Im März war der Impflogistikstab zum Innenressort gegangen. Zuvor war das Gesundheitsministerium in die Kritik geraten. Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte mehr Tempo bei Impfungen gefordert. Jüngst lag Brandenburg allerdings beim Anteil der vollständig geimpften Menschen auf dem letzten Platz im Ländervergleich, bei Erstimpfungen auf dem viertletzten Platz. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor.
Brandenburg plant, dass die Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr ab 9. August im Präsenzunterricht starten können. Eine Maskenpflicht an Grundschulen werde momentan noch geprüft, teilte Ministeriumssprecherin Ulrike Grönefeld auf Anfrage mit. Die Corona-Testpflicht werde zunächst an allen Schulen weitergeführt, auch die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen und für Lehrkräfte auch an Grundschulen. Zuletzt mussten Grundschüler keine Masken mehr tragen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 1. Juli 2021 16:57 Uhr

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