Brandenburgs Hochschulen sollen im Herbst wieder voll öffnen

Brandenburgs Hochschulen sollen im Herbst wieder voll öffnen

Nach drei Corona-Semestern sollen die Hochschulen in Brandenburg mit Beginn des Wintersemesters im Herbst wieder voll öffnen. «Entwickeln sich die Zahlen weiterhin so gut, dann werden unsere Hochschulen in die Präsenz gehen», kündigte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) am Mittwoch im Landtag an. Aus der Opposition kam jedoch Kritik, es gebe keinen ausreichenden Plan dafür. Schüle sagte: «Wir sind auf alles vorbereitet. Für einen genauen Stufenplan werden wir in eineinhalb Wochen die Grundlage legen.»

Ein weiteres rein digitales Semester dürfe es nicht geben, sagte SPD-Fraktionschef Erik Stohn. Beim einsamen Studium zu Hause litten die Motivation und auch der wissenschaftliche Diskurs. Die Isolation belaste viele junge Erwachsene. «Digital kann vieles, aber eben nicht alles ersetzen. Lernen muss auch in Zukunft persönlich sein, denn wir wollen starke Persönlichkeiten hervorbringen.»
Für die Rückkehr der Studentinnen und Studenten fehle aber ein Konzept, kritisierte die Linken-Abgeordnete Isabelle Vandre. «Kein Wort dazu, wie das gehen soll.» Notwendig seien Testkapazitäten, weil viele noch nicht gegen Corona geimpft sein würden, sagte Vandre.
Es müsse auch über die Frage von Pflicht-Praktika geredet werden, über Datenschutz bei Online-Prüfungen und die soziale Situation der Studierenden. «Die Digitalisierung und auch die Online-Lehre wird auch in den nächsten Jahren Teil der Hochschulausbildung sein.»
Schüle sagte: «Unsere Hochschulen und unsere Studierenden sind mittlerweile Meister der Flexibilität, in Hygieneschutzkonzepten und auch Partizipation.» Sie hob hervor, dass in der Pandemie keine Hochschule vollständig schließen musste. «Die Hochschulen haben es gemeistert. Dafür unser Respekt und unser Dank», sagte der CDU-Politiker Michael Schierack.
Rednerinnen und Redner verschiedener Fraktionen hoben in der von der SPD beantragten Aktuellen Stunden den Stellenwert von Wissenschaft und Forschung hervor. Die AfD warf der Landesregierung Fehleinschätzungen in der Corona-Krise vor. Ihre Politik verstärke Hoffnungslosigkeit und Zukunftssorgen. Ministerin Schüle erwiderte, die AfD habe ein Problem mit der Freiheit der Wissenschaft.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 19. Mai 2021 14:12 Uhr

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