Wirtschaftsminister: «Jo-Jo-Effekt» bei Öffnungen verhindern

Wirtschaftsminister: «Jo-Jo-Effekt» bei Öffnungen verhindern

Gastronomie und Kultur im Freien sind von Freitag an voraussichtlich in weiten Teilen Brandenburgs erlaubt - weitergehende Öffnungen lehnt die Landesregierung jedoch ab. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sagte am Montag im RBB-Inforadio: «Es wird eine ganze Menge an Pfingsten möglich sein, was vor einiger Zeit noch völlig undenkbar gewesen ist.» Man müsste aber stückweise öffnen, um nicht kurz darauf gezwungen zu sein, wieder zu schließen. Steinbach warnte vor einem «Jo-Jo-Effekt».

Jörg Steinbach

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Wirtschasftsminister Jörg Steinbach.

«Insofern ist diese Vorsicht immer noch angeraten, aber wir sind trotzdem etwas mutiger unter Berücksichtigung der Impfquote und der Testmöglichkeiten, als wir das noch vor sechs bis acht Wochen waren», ergänzte der SPD-Politiker.
Weil die Corona-Zahlen sinken, gewinnt das Leben ab Freitag vor Pfingsten trotz Pandemie wieder ein Stück an Normalität. Maßgeblich ist die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen. Bei einem stabilen Wert unter 100 ist der Besuch von Gaststätten im Freien mit negativem Test und Termin, von Konzerten und Theater draußen mit Negativtest und bis zu 100 Leuten sowie das Übernachten in Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und Charterbooten ab 21. Mai möglich.
Doch das gilt nur, wenn die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen entsprechend gut verläuft. Absehbar ist, dass Cottbus und der Landkreis Elbe-Elster in der vergangenen Woche zu hohe Infektionszahlen hatten, um diese Voraussetzung zu erfüllen. Cottbus lag am Montag bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 77,2, aber erst drei Tage in Folge unter einem Wert von 100. Der Kreis Elbe-Elster lag sogar nur zwei Tage unter dieser Marke. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug dort 97,2.
In allen anderen Landkreisen und kreisfreien Städten lag die Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen unter 100. Am übernächsten Tag gelten dann Lockerungen.
Der Wirtschaftsminister erwartet keine große Insolvenzwelle im Gastgewerbe infolge der Pandemie. «Das kann eigentlich nicht mehr der Fall sein, weil seit Anfang des Jahres gelten deutlich verschärfte Regeln, was den Insolvenzaufschub betrifft», sagte Steinbach. «Insofern wird sich die Zahl der Unternehmen, die wir durch die Pandemie verlieren, in Grenzen halten.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 17. Mai 2021 12:38 Uhr

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