Erneut weniger Angriffe auf Flüchtlinge in Brandenburg

Erneut weniger Angriffe auf Flüchtlinge in Brandenburg

Die Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte sind in Brandenburg im vergangenen Jahr abermals zurückgegangen. Nach vorläufigen Angaben registrierte die Polizei 209 Straftaten. Das ist ein Rückgang um 59 Delikte im Vergleich zu 2019, wie aus der Antwort des Innenministeriums in Potsdam auf eine Anfrage der Linke-Landtagsabgeordneten Andrea Johlige hervorgeht. 

Angriffe auf Flüchtlinge

© dpa

Flüchtlinge stehen und sitzen hinter einem Zaun auf dem Gelände der Erstaufnahmestelle.

Im gesamten Jahr 2019 hatte die Polizei nach einer Übersicht Johliges 268 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte gemeldet. Im Jahr zuvor waren es 241.
Auch die Zahl der rassistisch motivierten Straftaten verringerte sich den vorläufigen Angaben zufolge. Im vergangenen Jahr waren es nach der Übersicht der Landtagsabgeordneten 113 Fälle, gegenüber 210 im Jahr 2019. Im Jahr 2018 hatten die Behörden 154 Delikte registriert.
Zurückgegangen ist auch die Zahl der Körperverletzungen von Flüchtlingen. Nach vorläufigen Angaben meldete die Polizei 37 Straftaten. Das sind 13 Fälle weniger als im vergangenen Jahr. Hinzu kommen zehn Körperverletzungen aus dem Bereich der rassistischen Straftaten. Hier hatten die Behörden 2019 noch 24 Delikte registriert. 
Sehr stark verringert haben sich 2020 die Propagandadelikte. Laut Johlige-Statistik ereigneten sich insgesamt 150 Straftaten, im Jahr 2019 waren es 256. In Brandenburg wurde 2019 ein neuer Landtag gewählt. Der Wahlkampf gilt erfahrungsgemäß als Grund für häufige Propagandadelikte.
Die Angaben über die verschiedenen Straftaten für das vergangene Jahr sind nur vorläufig, da die Nachmeldungen für das vierte Quartal noch nicht vorliegen.
Johlige mahnte zur Vorsicht bei den Zahlen des Innenministeriums. 2020 habe es durch den Lockdown einige Zeit Kontaktbeschränkungen gegeben. «Hinzu kommt, dass sich die gesellschaftlichen Konfliktfelder durch die Pandemie verlagert haben. Deshalb kann leider vorerst keine Entwarnung gegeben werden», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Rassismus und Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten bleiben weiter ein Problem.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 17. Mai 2021 08:31 Uhr

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