Bombenentschärfung: Mitarbeiter müssen Zuhause bleiben

Bombenentschärfung: Mitarbeiter müssen Zuhause bleiben

Wegen einer Bombenentschärfung in der Potsdamer Innenstadt müssen sich Anwohner und Beschäftigte in der Nähe der Heinrich-Mann-Allee unweit des Hauptbahnhofs am Mittwoch auf Einschränkungen einstellen. Ab 8.00 Uhr wird rund um den Fundort der 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe auf dem Gelände des ehemaligen Tramdepots ein Sperrkreis von rund 800 Metern gezogen, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Die Bombe befinde sich nach bisherigem Stand in einem guten Zustand.

Polizeiabsperrung

© dpa

Ein Flatterband mit der Aufschrift «Polizeiabsperrung».

Etwa 3000 Menschen, die innerhalb des Sperrkreises leben, müssen bis 8.00 Uhr ihre Häuser verlassen. Auch die Staatskanzlei, die Bundespolizei sowie mehrere Ministerien und Landesämter befinden sich in dem Radius sowie ein Pflegeheim, das Humboldt-Gymnasium und zwei Kitas. «Die Mitarbeiter kommen erst einmal nicht ins Büro», sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Inzwischen sei man wegen der Corona-Pandemie ja erprobt in der Heimarbeit. Bei der Staatskanzlei hätten alle Mitarbeiter eine Anordnung zur «Wohnraumarbeit» für den gesamten Tag erhalten, sagte Sprecherin Eva Jobs. «Die Liegenschaft bleibt geschlossen.»
In dem Sperrkreis rund um den Fundort der Bombe befinden sich unter anderem das Viertel Am Brunnen und die Kolonie Daheim. Für die rund 3000 betroffenen Anwohner steht nach Angaben der Stadt eine Turnhalle am Biesamkiez bereit. Menschen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, bittet die Stadt, sich frühzeitig bei der Feuerwehr unter +49 331 3701216 für einen Transport zu melden.
Die Bahngleise sind den Angaben der Stadt zufolge nicht von der Entschärfung betroffen, S-Bahnen und Regionalzüge fahren daher wie gewohnt. Auf den Tram-Linien 91, 92, 93, 96, 98 und 690 kommt es ab 8.00 Uhr nach Angaben der Stadtwerke Potsdam zu Einschränkungen.
Etwa 300 Helferinnen und Helfer, darunter das Ordnungsamt, Polizisten und Feuerwehren, sind im Einsatz. «Wir gehen davon aus, dass die Entschärfung reibungslos ablaufen kann. Wir sind ja inzwischen erprobt», sagte Stadtsprecherin Juliane Güldner. Der Blindgänger, der am Montag bei Bauarbeiten entdeckt worden ist, liege in einem halben Meter Tiefe. Nach Angaben der Stadt ist es die 205. Bombe mit mindestens 100 Kilogramm seit dem Jahr 1990.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 11. Mai 2021 14:15 Uhr

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