Tarifkonflikt: Gewerkschaft spricht Unternehmen direkt an

Tarifkonflikt: Gewerkschaft spricht Unternehmen direkt an

Im festgefahrenen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie Sachsens, Brandenburgs und Berlins sucht die Gewerkschaft nun auch das direkte Gespräch mit einzelnen Unternehmen. Man habe Ende vergangener Woche erste Konzernunternehmen angesprochen, sagte IG-Metall-Bezirksleiterin Birgit Dietze am Montag. Dabei geht es darum, die Arbeitsbedingungen in Ost und West anzugleichen.

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Logo der IG Metall.

«Einzelne Unternehmen sagen sehr wohl, dass diese Fragestellung eine ist, die man lösen sollte», sagte Dietze. Die Verhandlungen mit dem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg werden unterdessen an diesem Freitag fortgesetzt. Die Gewerkschaft war am Montag mit ganztägigen Warnstreiks in die Woche gestartet, um den Druck zu erhöhen.
Laut Gewerkschaft arbeiten die Beschäftigten in den Ost-Bundesländern für das gleiche Gehalt wöchentlich drei Stunden mehr als die Kollegen im Westen. Berechnet auf den Stundensatz liege der Gehaltsunterschied bei 8,5 Prozent, den die IG Metall in einem «tariflichen Angleichungsgeld» nachfordert.
In bislang ergebnislosen Verhandlungen hatten die Arbeitgeber darauf bestanden, den in Nordrhein-Westfalen erreichten Pilotabschluss für die Metall- und Elektroindustrie ohne weitere Angleichung zu übernehmen. Die IG Metall schlägt dagegen ein Stufenmodell mit ersten Schritten in Richtung Angleichung vor. Sie hatte angekündigt, das notfalls in Haustarifverträgen zu vereinbaren, beginnend mit Autoherstellern und ihren Zulieferern.
Am frühen Montagmorgen legten Beschäftigte im Werk von ZF Getriebe in Brandenburg/Havel die Arbeit nieder. Auch bei BMW und dem Zulieferer Clarios im sächsischen Zwickau stand die Produktion am frühen Morgen still. Im Porschewerk Leipzig war bereits für den späten Sonntagabend zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen worden. Der Gewerkschaftsvorstand in Frankfurt hatte am späten Donnerstagabend die Arbeitskampfmaßnahmen genehmigt, bei denen den Teilnehmern Streikgeld zusteht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 3. Mai 2021 17:36 Uhr

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