Schulen machen zu: Schülervertreter sehen Öffnung kritisch

Schulen machen zu: Schülervertreter sehen Öffnung kritisch

In Brandenburg gelten mit der Bundes-Notbremse auch strengere Bestimmungen für die Schulen. Übersteigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen den Wert von 165, werden die Schulen ab dem übernächsten Tag geschlossen, alle Schülerinnen und Schüler haben dann Distanzunterricht. Das gilt ab diesem Montag für Cottbus und die Landkreise Spree-Neiße und Oder-Spree.

Leeres Klassenzimmer

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Leeres Klassenzimmer

Dort lag der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 165. Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind möglich. Grundschulkinder können einen Anspruch auf Notbetreuung in der Schule haben. Diese Einschränkungen gelten nach Angaben des Bildungsministeriums solange, bis an fünf Tagen in Folge die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 165 unterschreitet.
Weiterführende Schulen, die im Fernunterricht sind, sollen bei einem Wert unter 165 erst vom 3. Mai an öffnen können, um sich vorzubereiten. Abschlussklassen dürfen in die Schulen. Auch die Jahrgangsstufen 9 und 10 der Ober- und Gesamtschulen sowie Förderschulen und künftige Abiturstufen erhalten Unterricht im Wechselmodell. Der Landesschülerrat sieht die Öffnung der Schulen für die oberen Klassen wegen des hohen Corona-Infektionsgeschehen kritisch. «Nicht alle unserer Vertreter können da mitgehen», sagte die Vorsitzende Katharina Swinka am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Für Abschlussklassen sei ein Wechselmodell bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 angemessen. Für alle weiteren Schülerinnen und Schüler sei dieser Wert zu hoch - es gebe zu viele Klassen. Die Gesundheit gehe vor.
Auf der anderen Seite müsse immer abgewogen werden, wie wichtig Bildung sei, sagte Swinka. «Wir haben festgestellt, dass im Homeoffice Bildung nicht richtig vermittelt werden kann». Die Klassen seien seit Dezember im Homeoffice, den meisten Schülern falle mittlerweile die «Decke auf den Kopf», sagte sie. Swinka forderte, dass an Grundschulen sowie weiterführende Schulen genügend Selbsttests sichergestellt werden müssen. Die Testungen müssten dann an den Wechselunterricht angepasst werden, der entweder wochen- oder tageweise an den Schulen stattfinde. «Klar muss sein: Wenn keine Tests vorhanden sind werden die Schulen nicht geöffnet».
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Die Gesundheitsämter meldeten am 25. April 2021 365 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages. Die Sieben-Tage-Inzident sank im gesamten Land weiter leicht von 129,5 auf 125,9, wie das Gesundheitsministerium weiter mitteilte. Vor einer Woche lag der Wert bei 142,1. Zwar sank die Zahl der bestätigten Ansteckungen im Vergleich zu den Vortagen, allerdings melden die Ämter Daten am Wochenende verzögert. Corona-Hotspot bleibt weiter der Landkreis Spree-Neiße mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 222,5. Er ist seit sechs Tagen der einzige Kreis, der über der 200er Marke liegt. Unter 100 liegt derzeit nur der Landkreis Barnim (83,7). Die übrigen Kreise und kreisfreien Städte überschritten von Dienstag bis Donnerstag - das ist maßgeblich für die Bundes-Notbremse - die Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Dort gilt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung von 22.00 bis 5.00 Uhr und wegen der sogenannten Notbremse schärfere Kontaktbeschränkungen.
Zwischen einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 und 150 ist der Bundes-Notbremse zufolge Einkaufen mit negativem Test und Termin möglich, das galt etwa für die Landeshauptstadt Potsdam. Baumärkte Wochenmärkte waren dort am Samstag geöffnet und nach Angaben der Stadt gut besucht. Es hatten nicht alle Läden in der Innenstadt geöffnet, wie Sprecher Jan Brunzlow am Sonntag berichtete. Auch Supermärkte, Drogerien und Apotheken bleiben der Verordnung nach offen. Mit der Notbremse des Landes war Einkaufen mit Termin nur bis zu einer Inzidenz von 100 in Brandenburg möglich. Friseurläden und Fußpflege bleiben bei einem Wert von über 100 geöffnet mit negativem Test und FFP2-Maske.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 26. April 2021 10:13 Uhr

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