Viktoria Berlin nach Abbruch vor Drittliga-Aufstieg

Viktoria Berlin nach Abbruch vor Drittliga-Aufstieg

Nach dem Votum der Vereine für einen Saisonabbruch in der Regionalliga Nordost nehmen bei Tabellenführer Viktoria Berlin die Planungen für die 3. Fußball-Liga Fahrt auf. «Dieser Schritt in den Profibereich ist mit der größte Sprung, den der Verein machen kann. Er ist extrem notwendig», sagte Viktorias Sportdirektor Rocco Teichmann der Deutschen Presse-Agentur: «Wir haben sehr positiv aufgenommen, dass es ein einheitliches Bild gibt.»

Viktoria Berlin

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Der Ball rollt zwischen einem Spieler von Altglienicke (l) und einem Spieler von Viktoria Berlin.

Die Einigkeit unter den Clubs hatte auch der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) nicht erwartet. «Ich war selbst überrascht. Am Ende hat die Vernunft gesiegt und ich denke, dass uns diese Entscheidung ein Stück weit mehr zusammengeschweißt hat», sagte NOFV-Präsident Hermann Winkler. Am 16. April wird das Präsidium den Saisonabbruch sowie den Aufstieg von Viktoria, das acht Punkte Vorsprung vor Verfolger Altglienicke hat, besiegeln. Absteiger wird es nicht geben, offen ist die Frage der Aufsteiger aus der Oberliga.
«Zum Glück gibt es den großen Vorsprung. Ich hätte ein anderes Gefühl, wenn es vorne punktgleich wäre», sagte Teichmann. So sei die Entscheidung für seine Mannschaft «alternativlos». Allerdings muss Viktoria noch einige Hürden überwinden, um in der kommenden Saison tatsächlich in der 3. Liga zu spielen und neben Hertha BSC und dem 1. FC Union der dritte Profiverein in der Hauptstadt zu werden. Fragen zu einer geeigneten Spielstätte sind ebenso zu klären wie die Zusammenstellung einer wettbewerbsfähigen Mannschaft. Am Donnerstag wurde bei einem Treffen der Viktoria-Verantwortlichen bereits über den Kader für das erste Jahr unter Profi-Bedingungen gesprochen.
«Der fehlende Wettkampfspielbetrieb ist für uns ein extremer Nachteil», sagte Teichmann. Während die künftigen Gegner trotz Corona in der 3. Liga ganz normal weiterspielen, ruht bei Viktoria der Ball. Seit dem 2. November 2020 gab es keine Partien mehr. Doch davon will sich niemand aufhalten lassen. Viktoria soll unbedingt die Lizenz bekommen. «Wir sind auf einem richtig guten Weg», sagte Teichmann.
Verbunden ist der Aufstieg mit TV-Einnahmen von gut einer Million Euro. Allerdings dürften auch die Kosten steigen, nicht nur für das Personal. Die Reisen werden länger, zudem muss in der 3. Liga nach jetzigem Stand ein umfangreiches Hygienekonzept umgesetzt werden. Für den Fall, dass Viktoria keine Lizenz erhält, wird der NOFV anhand der Tabelle vorsorglich Nachrücker benennen.
Neben dem letztlich nicht zu verhindernden Saison-Abbruch gab es auch positive Nachrichten für die Liga. Von der kommenden Saison an wird das neu gegründete Unternehmen Ostsport.TV Spiele übertragen, nachdem der MDR sein langjähriges Engagement nicht verlängert hat. «Wir sind die erste Regionalliga mit eigenem TV-Partner. Von Freitag bis Sonntag wird es jeden Tag ein Spiel live geben - und zwar ohne Bezahlschranke», sagte Winkler der dpa. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.
Der NOFV hat die Lizenz an das von Sky-Reporter Heiko Mallwitz gegründete Unternehmen verkauft. Die Regionalliga wird aus Magdeburg künftig über eine Online-Plattform gestreamt. TV-Sender wie MDR und RBB haben die Möglichkeit, Rechte an attraktiven Spielen einzukaufen und sie im Fernsehen zu zeigen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. März 2021 12:40 Uhr

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