Schlösser-Stiftung: Watteau-Schau und Online-Ausstellung

Schlösser-Stiftung: Watteau-Schau und Online-Ausstellung

Infolge der Corona-Pandemie war 2020 für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ein schwieriges Jahr: Häuser mussten schließen, Besucher blieben weg, Einnahmen fielen aus. Man müsse auf dieses und das kommende Jahr schauen, wie es weitergehe, sagte Generaldirektor Christoph Martin Vogtherr am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz.

Bilanz Stiftung Preußische Schlösser und Gärten

© dpa

Wenige Besucher gehen die Treppe zum Schloss Sanssouci nach oben.

Die Vorbereitungen für die Projekte in diesem Jahr liefen auf Hochtouren. Es gebe aber noch einige Fragezeichen. «Wir hatten auf eine Öffnung der ersten Schlösser zum 1. April gehofft», sagte er. Jetzt werde auf eine Öffnung unter anderem für Schloss Sanssouci ab 1. Mai gesetzt.
Die Stiftung musste im Vorjahr gut zwei Drittel weniger Besucher verkraften. Rund 506 000 Gäste kamen in die Schlösser - ein Minus von 68 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern verringerten sich um 70 Prozent auf rund 3 Millionen Euro. «Fünf Millionen Euro sind durch die Corona-Hilfe des Bundes und der beiden Länder Berlin und Brandenburg geflossen», sagte er. Angesichts ausgebliebener Ausgaben - unter anderem für Aufsichtspersonal - hinterließen die Einnahmeverluste zunächst keine Spuren, sagte Vogtherr.
Einer der Höhepunkte des Jahres sei die Schau «Antoine Watteau. Kunst - Markt - Gewerbe» zum 300. Todestag des Malers, kündigte der Direktor der Abteilung Schlösser und Gärten, Samuel Wittwer, an. Nach dem Louvre in Paris besitze die Stiftung die bedeutendste Sammlung seiner Werke von Watteau (1696-1770), der als einer der größten Maler des 18. Jahrhunderts gelte, sagte er.
Im Mittelpunkt der Schau - die den Angaben zufolge keine Retrospektive ist - steht das Gemälde «Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint». Bis heute gilt es als ein Beispiel gelungener Vermarktung. So hatte die Designerin Vivienne Westwood in einem Kleid auf die bekannte Watteau-Falte verwiesen. Das Stück ist dann in Berlin ab 9. Oktober zu sehen.
Am 1. Mai soll in den Römischen Bädern die Ausstellung «Das gläserne Gedächtnis» öffnen. Historische fotografische Aufnahmen sind zu sehen - auch aus längt verschwundenen Schlössern wie den beiden Stadtschlössern in Potsdam und Berlin. Erstmals gibt es ab Mai auch eine Online-Präsentation: Unter dem Thema «Stilbruch?» geht es um Rekonstruktion und Wiederaufbau des durch den Krieg zerstörten Berliner Schlosses Charlottenburg.
Wegen großer Nachfrage wird die Schau zum 75. Jahrestag der Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof bis Ende Oktober verlängert - sie musste coronabedingt schließen.
Das Sonderinvestitionsprogramm 2 zur Rettung der Schlösser und Gärten läuft nach den Angaben wie geplant. Derzeit werden 26 Projekte mit einem Planungsumfang von 170 Millionen Euro bearbeitet. Bis 2030 stehen insgesamt 400 Millionen Euro bereit: 200 Millionen Euro kommen vom Bund, 131 vom Land Brandenburg und 69 Millionen Euro vom Land Berlin.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. März 2021 16:20 Uhr

Weitere Meldungen aus Brandenburg