Scharfe Kritik von Lehrerverbänden an Ministerin Ernst

Scharfe Kritik von Lehrerverbänden an Ministerin Ernst

Nach dem kurzfristigen Aussetzen der Präsenzpflicht für Schüler hat der Brandenburgische Pädagogen-Verband (BPV) indirekt den Rücktritt von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) gefordert. «Herr Woidke, ist diese Ministerin noch tragbar?», fragte der Verband am Montag in einer Pressemitteilung Regierungschef Dietmar Woidke (SPD). Seit über einem Jahr sind die Schulen von den Auswirkungen der Pandemie betroffen und das Krisenmanagement des Bildungsministeriums sei katastrophal, hieß es in der Mitteilung. Das Ministerium kündigte für den Abend eine Stellungnahme an.

Britta Ernst (SPD)

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Britta Ernst (SPD), Ministerin für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg.

Das Bildungsministerium hatte am Sonntagnachmittag per Pressemitteilung erklärt, dass mit Ausnahme der Abschlussklassen die Pflicht zum Präsenzunterricht bis zum Beginn der Osterferien am 29. März ausgesetzt sei. Die Schulen sollen aber weiterhin Wechselunterricht zwischen dem Klassenraum und zuhause anbieten.
Vor einer Woche sei im Wissen um steigende Infektionszahlen und entgegen aller Bedenken aus der Praxis die Öffnung aller Schulen angeordnet worden, schrieb der Verband. «Am gestrigen Sonntagnachmittag wurden die Schulleiter, Lehrer, Schüler und Eltern über die Presse informiert, dass ab heute keine Präsenzpflicht mehr in den Schulen besteht», so der BPV.
Von Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein der Ministerin könne keine Rede mehr sein, urteilte der Verband. «Wut und Entsetzen machen sich in den Lehrerzimmern und Chats breit über die sinnlosen und unüberlegten Entscheidungen des MBJS (Bildungsministeriums).»
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Auch die Bildungsgewerkschaft GEW, der Philologenverband und der Berufsschullehrerverband äußerten scharfe Kritik. Die GEW nannte die Personaldiskussion über die Hausleitung des Bildungsministeriums berechtigt und forderte Ernst auf, das «Chaos in den Schulen» sofort zu beenden. Die GEW und die beiden anderen Verbände forderten zudem ein sofortiges Ende des Präsenzunterrichts, solange nicht genügend Coronatests für Schüler und Lehrkräfte zur Verfügung stünden und ein Impfangebot für alle Lehrkräfte.
Auch die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag hat bereits die Entlassung von Ernst gefordert und einen entsprechenden Antrag am Donnerstag auf die Tagesordnung des Landtags gesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 22. März 2021 17:55 Uhr

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