Präsenzunterricht-Pflicht bis zu den Osterferien ausgesetzt

Präsenzunterricht-Pflicht bis zu den Osterferien ausgesetzt

Das Bildungsministerium hat die Pflicht zum Präsenzunterricht in Brandenburg bis zu den Osterferien ausgesetzt. Dies gelte für alle Jahrgangsstufen mit Ausnahme der Abschlussklassen, teilte das Ministerium am Sonntag (21. März 2021) mit.

Mundschutz auf Mäppchen

© dpa

Eine medizinische Maske auf einem Mäppchen in einem Klassenzimmer.

Damit könnten bis zu den Osterferien die Eltern und Erziehungsberechtigten entscheiden, ob die Kinder vor Ort am Unterricht teilnähmen. «Das von den Schulen jeweils gewählte Modell des Wechselunterrichts bleibt bis zu den Osterferien weiter bestehen», hieß es. Die Osterferien beginnen am 29. März.
Seit rund einem Monat sind die Grundschulen im Wechselunterricht zwischen der Schule und zuhause, seit vergangenem Montag die Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien. Sie sollten zumindest bis zu den Osterferien offen bleiben, hatte es zuletzt geheißen: Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sagte noch am Freitag, ein Vorziehen der Osterferien könne sie für Brandenburg ausschließen. «Wir haben uns entschieden, die Öffnung der weiterführenden Schulen im Wechselunterricht, die seit letztem Montag stattfindet, bis zu den Osterferien fortzusetzen.» Es werde im Laufe der Ferien eine neue Bewertung geben, wie man weitermache mit Blick auf die Inzidenzen.
Der Kreiselternrat Cottbus fragte per Pressemitteilung: «Wann können wir mit einem Mindestmaß an Planbarkeit rechnen und welche Voraussetzungen müssen dazu erfüllt sein?» Die Eltern verlangten den Rücktritt von Bildungsministerin Ernst: «Das Bild, was das Bildungsministerium seit einem Jahr abgibt, ist schlichtweg inakzeptabel.»
Am Freitag war bekannt geworden, dass wegen Lieferengpässen auf dem Weltmarkt nicht alle Schülerinnen und Schüler in Brandenburg zeitnah die zugesagten Selbsttests erhalten. Das Bildungsministerium war darüber nach eigenen Angaben «kurzfristig» informiert worden. Demnach könnten die bestellten Tests nicht zeitgerecht geliefert werden. Deshalb stehe den Schulen zunächst ein begrenztes Kontingent von 150 000 Stück zur Verfügung. Die zweite Lieferung sollte die Schulen eigentlich ab vergangenem Donnerstag erreichen.
Wegen steigender Infektionszahlen nimmt Brandenburg ab diesem Montag auch die Öffnungen vom 8. März in denjenigen Landkreisen oder kreisfreien Städten zurück, die drei Tage hintereinander eine Sieben-Tage-Inzidenz über 100 haben. Bisher galt diese «Notbremse» bei einem Wert über 200. Private Treffen sind dann nur für einen Haushalt und eine weitere Person statt zweier Haushalte möglich. Geschäfte, die mit Termin offen waren, müssen wieder schließen - bis auf Supermärkte und andere Läden für den täglichen Bedarf. Museen und Gedenkstätten machen auch zu. Individueller Sport ist mit der Notbremse auf zwei Leute beschränkt, Sport von Kindern draußen ist wieder verboten.
SPD-Fraktionschef Erik Stohn teilte am Sonntag über eine Sprecherin mit, dass es bis zum Erreichen eines Sieben-Tage-Wertes von 50 keine neuen Öffnungsschritte geben dürfe. «Der erste Öffnungsschritt den wir gehen, wird die Rückkehr in Präsenzunterricht sein, sobald er verantwortbar ist. Aber auch hier werden zunächst nur entzerrte Schülertransporte und Wechselmodelle verantwortbar sein.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 22. März 2021 08:28 Uhr

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