Kampf gegen Tierseuche: Landrat fordert von Polen mehr Hilfe

Kampf gegen Tierseuche: Landrat fordert von Polen mehr Hilfe

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat der Landrat des südlichen Kreises Spree-Neiße von der polnischen Regierung mehr Unterstützung verlangt. «Wir wissen, dass sich die Afrikanische Schweinepest in Polen massiv ausbreitet - jedoch nicht wo und wie stark. Der Austausch verläuft leider nicht so regelmäßig und transparent wie es in der Situation erforderlich wäre», kritisierte Harald Altekrüger (CDU) am Freitag.

Eine Veterinärmedizinerin untersucht einen Wildschweinkadaver

© dpa

Eine Veterinärmedizinerin untersucht den Fund eines Wildschweinkadavers.

Berichte ließen darauf schließen, dass in Westpolen derzeit keine Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche umgesetzt werden. Er fordere die betroffenen polnischen Landkreise dazu auf, sich zu beteiligen und Pufferzonen einzurichten, sagte Altekrüger. Notwendig seien klare Auflagen für den Grenzraum und eine enge übergreifende Zusammenarbeit. «Von einem kleinen Moment der Unachtsamkeit hängt die wirtschaftliche Existenz tausender Landwirtinnen und Landwirte ab.»
Die Fallwildsuche im Landkreis wird nach seinen Angaben im Ortsteil Sembten der Gemeinde Schenkendöbern fortgesetzt - dem Ort, in dem der erste Fall im September 2020 aufgetreten war. Letzten Erkenntnissen zufolge sind bereits in der ersten Juli-Hälfte infizierte Tiere verendet. Im Kerngebiet liege die Zahl der ASP-Fälle derzeit bei 50, sagte Altekrüger. Außerhalb der Schutzzonen seien keine neuen Funde festgestellt worden. Die Kreise Oder-Spree, Spree-Neiße und Märkisch-Oderland sind von der Tierseuche betroffen.
ASP ist eine ansteckende Erkrankung bei Schweinen, die fast immer tödlich verläuft. Sie kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, in der Natur entsorgte Lebensmittel sowie Futter in andere Gebiete übertragen werden. Für Menschen ist ASP ungefährlich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 26. Februar 2021 18:07 Uhr

Weitere Meldungen aus Brandenburg