Erster Leichtathletik-Olympiasieg für die DDR: Höhne wird 80

Erster Leichtathletik-Olympiasieg für die DDR: Höhne wird 80

Geher-Olympiasieger Christoph Höhne begeht am 12. Februar seinen 80. Geburtstag. Der im sächsischen Borsdorf gebürtige Höhne schrieb am 17. Oktober 1968 Geschichte. Über 50 Kilometer gewann der Sportler des SC Dynamo Berlin in Mexiko-Stadt die erste Leichtathletik-Goldmedaille für die DDR, die erstmals als eigenständige Mannschaft an den Sommerspielen teilnehmen durfte. «Es gehört viel Glück dazu, aber ich war auch fleißig», sagte Höhne der Deutschen Presse-Agentur, «auch die Verfassung der Gegner gehört dazu. Aber ich wusste, dass ich gewinnen kann.»

Was der heute in Fürstenwalde wohnende Höhne mit «Glück» beschreibt, liest sich in der Siegerliste anders. In 4:20,14 Stunden gewann Höhne den Wettkampf, Zweiter wurde der Ungar Antal Kiss mit einem Rückstand von 10,03 Minuten. «Meine ärgsten Konkurrenten standen ein wenig neben sich. Der Zweitplatzierte hat nicht mal davon geträumt, Zweiter zu werden», sagte Höhne über das Scheitern anderer Favoriten.
Für Höhne blieb es die einzige olympische Medaille. Vier Jahre später in München wurde er 14. Am Tag zuvor war er denunziert worden. Eine bis heute anonyme Person hatte der sportlichen Führung der DDR mitgeteilt, Höhne wolle sich während des Wettkampfs absetzen. «Da hat einer ein Halbwissen gehabt, um mir eins auszuwischen. Ich hatte nicht vor, abzuhauen. Ich wollte nach München aufhören und Bildreporter bei der Jungen Welt werden», sagte Höhne.
Doch als 14. wollte der damals 31-Jährige auch nicht abtreten und nahm nach den Spielen das Training wieder auf. Zwei Jahre später sicherte er sich den EM-Titel und widmete sich dann bis 2011 der Sportfotografie.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Februar 2021 06:37 Uhr

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