In Potsdam öffnen wieder Kitas: Weniger Corona-Infektionen

In Potsdam öffnen wieder Kitas: Weniger Corona-Infektionen

Nach vierwöchiger Pause wegen hoher Corona-Infektionszahlen haben in der Landeshauptstadt Potsdam wieder alle Kitas und Kinder-Tageseinrichtungen geöffnet.

Kita-Symbolbild

© dpa

Kinderhände und ein Regenbogen sind an einer Kita zu sehen.

Allerdings gilt weiter der Appell an die Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen. Während der vergangenen vier Wochen seien durchschnittlich 45 Prozent der rund 10 000 Kita- und Krippenkinder in der Notbetreuung gewesen, sagte Stadtsprecherin Christine Homann am 01. Februar 2021 auf Anfrage. Man vermute, dass dieser Anteil noch zunimmt.
Der Potsdamer Verwaltungsstab hatte vergangenen Mittwoch beschlossen, dass die Kindertagesbetreuungen unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen in den eingeschränkten Regelbetrieb zurückkehren können. Dazu gehören regelmäßige Antigen-Spucktests der insgesamt etwa 2500 Mitarbeitenden der Kitas. Die Kosten dafür übernimmt die Stadt. Außerdem sollen alle Mitarbeiter und Besucher der Einrichtungen einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen.
Entgegen dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz bleiben in Brandenburg Kitas grundsätzlich offen. Erst bei mehr als 300 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen müssen in Landkreisen und kreisfreien Städten die Kindertageseinrichtungen geschlossen werden. In Potsdam ist diese 7-Tages-Inzidenz inzwischen auf 95,4 gesunken.
Aktuell haben nach Angaben des brandenburgischen Gesundheitsministeriums die Kreise Oberspreewald-Lausitz und Ostprignitz-Ruppin bis zum 14. Februar die Kindertagesbetreuung untersagt; sie findet nur als Notbetreuung statt. Die Horte haben im ganzen Land nur für die Notbetreuung geöffnet, solange kein Präsenzunterricht in den Grundschulen stattfindet.
Die Zahl der Corona-Infektionen ist unterdessen im Land wieder gesunken. Am Montag meldete das Gesundheitsministerium 146 neue Fälle, am Sonntag waren es noch 437. Allerdings übermitteln die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte am Wochenende ihre Daten häufig verzögert.
Die Sieben-Tage-Inzident liegt landesweit bei 123,3 Infektionen je 100 000 Menschen binnen einer Woche, teilte das Ministerium mit. Am Sonntag war ein Wert von 137 ermittelt worden, vor einer Woche erreichte er noch 183,4. Ziel von Bund und Ländern ist es, die Inzidenz unter 50 zu bringen.
Inzwischen hat Brandenburg das Meldeverfahren für die täglichen Zahlen der laborbestätigten Covid-19-Fälle an die bundesweite Pandemie-Berichterstattung angeglichen. Künftig leitet das Land nur diejenigen Daten an das Robert Koch-Institut (RKI) weiter, die von den Landkreisen und kreisfreien Städten über die vom RKI kostenfrei zur Verfügung gestellte Meldesoftware bis spätestens 19.00 Uhr an das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) gehen.
Von den gestorbenen Patienten würden jetzt nur noch diejenigen berücksichtigt, bei denen ein positiver PCR-Befund vorgelegten habe, hieß es. Damit reduziere sich die Zahl der Todesfälle von insgesamt 2403 vom auf 2285. Mit der Umstellung sollen die in den vergangenen Wochen zum Teil starken Abweichungen zwischen den vom Land und durch das RKI täglich ausgewiesenen Inzidenzen und Fallzahlen behoben und möglichst vermieden werden. Dadurch könnte es in den kommenden Tagen zu Veränderungen in der Datenlage kommen.
Die Zahl der Impfungen liegt derzeit wie am Sonntag gemeldet bei 86 804. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben 60 Prozent der Pflegeheimbewohner in Brandenburg eine erste Impfung bekommen. 31 mobile Impfteams seien derzeit im Land in den Pflegeheimen unterwegs, um Bewohner und Personal zu impfen. «Wir sind auf einem sehr guten Weg», sagte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse.
Am Montagnachmittag kamen in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beim «Impfgipfel» zusammen. An der Videokonferenz nahmen auch mehrere Bundesminister, Vertreter der Impfstoffhersteller sowie der EU-Kommission teil. Mehrere Ministerpräsidenten sowie Verbände wie der Deutsche Städtetag hatten zuletzt vehement Klarheit über Menge und Zeitpunkt der Impfstoff-Lieferungen gefordert, damit etwa Impfzentren besser planen könnten.
Am Dienstag werden in der Fläming-Halle in Luckenwalde und am Mittwoch im Sport- und Kulturzentrum in Kyritz Impfzentren eröffnet. Dort sollen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg täglich etwa 70 Menschen geimpft werden. Damit sind dann in Brandenburg elf Zentren am Start. Das Land plant bis Ende Februar sieben weitere Einrichtungen, eine in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt. Derzeit liefen dazu Vorbereitungen mit den Kommunen, sagte Hesse. Wichtig sei aber, dass genug Impfstoff da ist.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. Februar 2021 15:54 Uhr

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