Kita-Leiterin und Eltern: Besseren Schutz für Erzieher

Kita-Leiterin und Eltern: Besseren Schutz für Erzieher

Eltern und Kitas verlangen von der Brandenburger Landesregierung mehr Schutz für Erzieher in der Corona-Pandemie. Schnelltests zu jeder Zeit für das Personal, mindestens aber zwei bis dreimal pro Woche, forderte die Leiterin des Naturkindergartens «Wald- und Wiesenhopser» in Bad Saarow (Landkreis Oder-Spree), Ulrike Scholz, am Freitag. Etwa 80 Prozent der Kinder würden die Einrichtung noch besuchen. Entsprechend hoch sei das Risiko. Um Betreuungslücken zu vermeiden, sollen Erzieher, deren Kinder zur Schule gehen, einen gesicherten Anspruch auf Notbetreuung erhalten. Scholz schickte einen Brief mit Fragen zum Schutzkonzept an den zuständigen Landkreis.

Trotz des harten Lockdowns sollen die Kitas in Brandenburg auch weiterhin grundsätzlich geöffnet bleiben. Das Ministerium appelliert aber an die Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen. Wenn in einem Kreis oder in einer kreisfreien Stadt die Zahl neuer Corona-Infektionen auf über 300 pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche steige, müssten die Kitas laut der ab Samstag geltenden neuen Verordnung geschlossen werden - aber auch unterhalb können Landkreise und Städte ihre Kitas schließen, wenn es aufgrund des regionalen Infektionsgeschehens notwendig ist.
Unterstützt werden die Kitas von den Eltern. Mehr Schnelltests, kostenlose FFP2-Masken und schnelle Impfungen, forderte Danilo Fischbach vom Landeselternbeirat für Kindertagesbetreuung in Brandenburg. Zudem sollten Vertretungsreserven eingeführt werden, damit im Krankheitsfall von Erziehern die Betreuung sichergestellt werden kann. Die Eltern begrüßten es, dass die Kitas weiter geöffnet bleiben. Kritisch blicken sie auf die Inzidenzregel der Landesregierung: Eltern hätten im Ernstfall kaum Zeit, die Betreuung ihrer Kinder und ihren Beruf zu organisieren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 22. Januar 2021 17:16 Uhr

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