Linksfraktion für mehr Homeoffice und Vorgaben für Kitas

Linksfraktion für mehr Homeoffice und Vorgaben für Kitas

Die oppositionelle Linksfraktion im Landtag lehnt weitere Einschränkungen im Privatleben zum Schutz vor dem Coronavirus ab und dringt auf mehr Arbeiten von zuhause aus. «Ich glaube, dass es nicht mehr an der Zeit ist oder kaum noch Möglichkeiten gibt, das Privatleben weiterhin einzuschränken», sagte Fraktionschef Sebastian Walter am Dienstag in Potsdam. Es sei nicht mehr zu erklären, warum ein Waldspaziergang zu viert verboten sei, das Arbeiten im Großraumbüro aber nicht. Er warb für einen Rechtsanspruch auf Homeoffice oder eine Pflicht zum Homeoffice, da wo es möglich sei abzusichern. Auch die Grünen fordern ein Recht auf Homeoffice.

Sebastian Walter

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Sebastian Walter (Die Linke) bei einer Pressekonferenz.

Bund und Länder beraten am Dienstag über neue Corona-Regeln. Im Gespräch sind zum Beispiel neue Vorgaben zu besser schützenden Masken im öffentlichen Raum und für mehr Arbeit von zu Hause aus. Die Linksfraktion fordert eine Pauschale von 100 Euro monatlich für alle Empfänger von einer Grundsicherung wie Hartz IV für die Zeit der Corona-Pandemie. Walter verwies darauf, dass die besser schützenden FFP2-Masken teurer seien als Stoffmasken. Linksfraktionschefin Kathrin Dannenberg sagte, Land und Landkreise müssten die Kosten dafür tragen, falls eine Pflicht für diese Masken eingeführt werde.
Die Linksfraktion hält auch klare Vorgaben für die Öffnung und Schließung von Kitas für notwendig. Derzeit sind Kitas grundsätzlich geöffnet, ein Landkreis kann sie bei höheren Corona-Infektionszahlen schließen. Dannenberg forderte, in den Schulen eine «Bevorzugung» von Abschlussklassen zu beenden. Sie haben trotz der grundsätzlichen Schulschließung noch Unterricht im Schulgebäude.
Die Freien Wähler im Landtag halten eine mögliche nächtliche Ausgangssperre, die ebenfalls im Gespräch ist, nicht für verhältnismäßig. Kitas sollten zudem so lange wie möglich offen gehalten werden, sagte Fraktionschef Péter Vida. Die Kosten für eine mögliche bundesweite Pflicht sogenannter FFP2-Masken sollten übernommen werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 19. Januar 2021 12:46 Uhr

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