Vernachlässigte Fünfjährige: Hat Amt Ermittlungen behindert?

Vernachlässigte Fünfjährige: Hat Amt Ermittlungen behindert?

Der Landkreis Barnim hat Vorwürfe zurückgewiesen, im Fall des vernachlässigten fünf Jahre alten Mädchens aus Eberswalde Akten zu lange zurückgehalten zu haben. «Das Jugendamt hat zu keinem Zeitpunkt die Ermittlungen behindert», teilte der Kreis auf Anfrage am Freitag mit. Anvertraute Daten dürften ohne Schweigepflichtentbindung oder richterlichen Beschluss nicht herausgegeben werden. Zuvor hatte die «Märkische Oderzeitung» über die Ermittlungen berichtet.

Figur Justitia

© dpa

Eine Figur «Justitia» steht auf einem Schreibtisch.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Bericht bestätigt. Die entsprechenden Akten habe das Jugendamt Barnim lange zurückgehalten und damit die Ermittlungen behindert, hieß es. Abgeschlossen und abschließend ausgewertet seien die Ermittlungen daher noch nicht.
Der Fall hatte vor rund einem Jahr für Aufsehen gesorgt. Das Brandenburger Jugendministerium sah auch Versäumnisse beim Jugendamt. Insgesamt vier Gefährdungsmeldungen zu der Eberswalder Familie soll das Amt zwischen Sommer 2017 und Frühjahr 2019 erhalten haben. Im Dezember 2019 nahm die Behörde das fünf Jahre alte Mädchen in Obhut. Das Kind war laut einem Krankenhausbericht unterernährt, verhaltensauffällig und sprachgestört.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 8. Januar 2021 16:53 Uhr

Weitere Meldungen