Gesundheitsministerin bittet um Geduld bei Impfungen

Gesundheitsministerin bittet um Geduld bei Impfungen

Nach dem schleppenden Start der Corona-Impfungen und Chaos bei der Termin-Hotline in Brandenburg hat Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) um Geduld gebeten. «Es ist ein Marathonlauf über viele Wochen und Monate», sagte sie am Dienstag anlässlich des Starts des Potsdamer Impfzentrums in der Metropolishalle.

Ursula Nonnemacher (Grüne), Gesundheitsministerin

© dpa

Ursula Nonnemacher (Grüne), Gesundheitsministerin in Brandenburg.

Viele hätten einen Terminwunsch, die aber noch gar nicht an der Reihe seien. Es sei wichtig, dass erst einmal nur über 80-Jährige drankämen und Termine über die Hotline buchten, damit diese nicht überlastet werde. Für Februar rechnet Nonnemacher damit, dass deutlich mehr Impfdosen zur Verfügung stehen.
IMPFZENTREN: Mit der Metropolishalle in Potsdam und der Messe in Cottbus öffneten die ersten beiden Impfzentren in Brandenburg. Dort werden vor allem über 80-Jährige und auch Mitarbeitende aus Pflegeheimen und medizinischen Einrichtungen geimpft. Für den Piks braucht man eine schriftliche Terminbestätigung, den Impfpass, ein Aufklärungsblatt und eine Impfeinwilligung, wie das Gesundheitsministerium schreibt. Hilfreich ist die Versichertenkarte.
Die Impfungen begannen nach Weihnachten für Bewohner und Personal in Pflegeheimen und Beschäftigte in Intensivstationen, Notaufnahmen und Rettungsdiensten. Pro Person sind zwei Impfungen notwendig. Das nächste Impfzentrum soll am 11. Januar in Schönefeld (Dahme-Spreewald) öffnen; landesweit sind bis Anfang Februar elf Zentren geplant.
TEMPO: Die Landesregierung wendet sich gegen Kritik, dass es zu langsam vorangehe. Man brauche anerkennende Worte und «kein Gemecker», sagte die Gesundheitsministerin. In Pflegeheimen dauere es zum Beispiel, um notwendige Einwilligungen für die Impfungen einzuholen, was die Planung erschwere.
Die Grünen-Politikerin zeigte sich zuversichtlich, dass ab der zweiten Jahreshälfte Impfdosen in den Hausarztpraxen sein werden. Das Ziel von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), jedem bis zum Sommer ein Impfangebot in Deutschland machen zu können, nannte Nonnemacher ambitioniert. Sie wolle aber keine Prognose abgeben. Brandenburg lag am Dienstag mit 3334 Impfungen und 1,3 Impfungen pro 1000 Einwohner im Ländervergleich im unteren Bereich.
HOTLINE: Nach den technischen Problemen beim Start der Impf-Hotline für die Terminvergabe über die Rufnummer 116 117 sucht die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg nach dem Fehler. Derzeit laufe eine Analyse, sagte Vize-Vorstand Andreas Schwark am Dienstag. «Wir haben festgestellt, dass das Informationsbedürfnis sehr hoch ist in der Bevölkerung.» Die Terminvergabe hatte am Montag mit langen Wartezeiten und technischen Problemen begonnen.
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INFEKTIONEN: Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen in Brandenburg ist nach einem Rückgang wieder gestiegen. Innerhalb eines Tages hätten die Kreise und kreisfreien Städte 758 neue Infektionen gemeldet, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das ist mehr als doppelt so viel wie am Montag, als 296 neue Fälle gezählt wurden, allerdings fehlten dabei Daten mehrerer Kreise und Städte.
Vor einer Woche waren es 846 neue Infektionen. Am Dienstag kamen 52 Todesfälle im Zusammenhang mit der Covid-19-Krankheit hinzu. Schwerpunkt bleibt der Landkreis Elbe-Elster mit einem Wert von rund 399 neuen Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 5. Januar 2021 14:55 Uhr

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