Handelsverband: Zukunft wegen des Lockdowns düster

Handelsverband: Zukunft wegen des Lockdowns düster

Der Brandenburger Handelsverband sieht die Lage des Facheinzelhandels im Land angesichts des ab Mittwoch geltenden Lockdowns zur Reduzierung der Corona-Infektionszahlen eher düster. «Am Telefon haben kleine Facheinzelhändler, die mit der Familie ihr Geschäft betreiben, fast geweint», sagte Günter Päts, stellvertretender Geschäftsführer des Handelsverband Berlin-Brandenburg, am Montag auf Anfrage.

Die Lager seien voll mit Ware, die auch beim Großhändler bezahlt werde müsse. Er rechne nicht damit, dass an den beiden noch verkaufsoffenen Tagen Montag und Dienstag noch einmal einen Run auf die Geschäfte gebe. «Wer arbeiten muss, für den fällt der Weihnachtseinkauf mitten in der Woche in der Regel flach», sagte Päts.
Doch die Händler hätten sich nach dem ersten Lockdown auf das Weihnachtsgeschäft verlassen. Von Umsätzen hingen die Familien und die Mitarbeiter ab. «Die Inhaber der kleinen Geschäfte könnten sich weniger aus den Kassen für ihren eigenen Lebensunterhalt entnehmen als den Hartz 4-Satz, sagte er.
Jetzt hätte die Ware noch zu einem einigermaßen angemessenen Preis verkauft werden können, sagte Päts. Welchen Erlös das bringe nach der möglichen Öffnung im Januar sei sehr fraglich. Üblicherweise starteten nach den Weihnachtsfeiertagen bereits die ersten Reduzierungen.
Geordert sei auch bereits die Frühjahrsware, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Handelsverbandes. Großhändler hätten nach dem ersten Lockdown ihren Kunden oft Zahlungsaufschübe zugestanden. «Doch ihnen steht mittlerweile das Wasser ebenso bis zum Hals», sagte Päts. Auch sie müssten Lieferanten bezahlen.
Selbst wenn Inhaber von seit vielen Jahren bestehenden Betrieben ihr Geschäft aufgeben wollten, werde sich kaum ein Nachfolger finden. «Wenn die Zahlen von 2020 angesehen werden, ist es ein düsteres Bild», sagte Päts. Er befürchte, dass Geschäfte für immer schließen und Innenstädte veröden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 14. Dezember 2020 15:19 Uhr

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