Schärfere Corona-Regeln: Lage in Klinikum angespannt

Schärfere Corona-Regeln: Lage in Klinikum angespannt

Nach etlichen Landkreisen und Städten wie Potsdam und Frankfurt (Oder) reagiert auch Brandenburgs zweitgrößte Stadt Cottbus mit drastischen Maßnahmen auf steigende Infektionszahlen.

Ein Beatmungsgerät steht neben einem Bett auf der Intensivstation

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Ein Beatmungsgerät steht neben einem Bett auf der Intensivstation

Bereits an diesem Samstag gilt im gesamten Stadtgebiet ein Alkoholkonsumverbot. Damit schließen auch alle Glühweinstände, wie die Stadt am 11. Dezember 2020 mitteilte. Auf Märkten seien ausschließlich Verkaufsstände für Lebensmittel zugelassen.
Ab einer Inzidenz von 300 Ansteckungen innerhalb von sieben Tagen je 100 000 Einwohner gelten ab Samstag zudem Ausgangsbeschränkungen zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr. Vom kommenden Montag an sollen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 Ansteckungen je 100 000 Einwohner weiterführende Schulen nur noch im Distanzunterricht arbeiten. Ausgenommen davon seien Förderschulen sowie Abschlussklassen, wie die Stadt weiter mitteilte. Grundschulen und Kitas bleiben weiter geöffnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte am Freitag in Cottbus laut Gesundheitsministerium einen Wert von 250,8.
Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) warnte: «Die Systeme sind gerade mit dem Blick auf das Carl-Thiem-Klinikum und die Krankenhäuser im Süden Brandenburgs an der Grenze.» Unterdessen startete das Cottbuser Klinikum wie zuvor schon das Klinikum Niederlausitz einen Hilfeaufruf an die Bevölkerung. Gesucht würden zur Unterstützung ausgebildetes Pflegpersonl, aber auch andere Helfer. Die Situation im Pflegebereich sei sehr ernst, hieß es am Freitag.
Die Intensivstation mit 24 Betten ist den Angaben zufolge eine Covid-Station; ein weitere soll eröffnet werden. In den vergangenen Tagen mussten bereits viele Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden. «Wir stoßen nicht nur bettenmäßig an Grenzen, sondern auch personell», sagte Pflegedirektorin Andrea Stewig-Nitschke.
Seit Donnerstag gelten in Potsdam, Frankfurt (Oder) und im Kreis Oder-Spree umfangreiche Beschränkungen in den Schulen und der Öffentlichkeit. Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen erreichte am Freitag landesweit einen neuen Höchstwert von 972 innerhalb eines Tages, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Hotspot bleibt der Kreis Oberspreewald-Lausitz mit 465 neuen Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 11. Dezember 2020 16:46 Uhr

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