Tödlicher Streit mit Mitbewohner: 10 Jahre Haft

Tödlicher Streit mit Mitbewohner: 10 Jahre Haft

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat einen 27-Jährigen wegen Totschlags an einem Mitbewohner zu zehn Jahren Haft verurteilt. Dies teilte Gerichtssprecher Jasper Schüler-Dahlke am Montag mit. Der Vietnamese hatte in dem Prozess gestanden, seinen Landsmann am 9. März in Basdorf (Barnim) mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Dabei hatte er erklärt, aus Notwehr gehandelt zu haben, weil der Mitbewohner ihn angegriffen habe. Dies habe die Kammer aber auf Grund der Spurenlage als widerlegt angesehen, sagte der Gerichtssprecher. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft wegen Totschlags beantragt. Die Verteidigung hatte auf einen minder schweren Fall plädiert.

Blick auf die Handschellen eines Justizbeamten im Landgericht

© dpa

Blick auf die Handschellen eines Justizbeamten im Landgericht.

Der 27-jährige gelernte Koch hatte laut Anklage die Leiche teilweise zerstückelt, um sie in einem Rollkoffer zu verstauen. Auch dies spreche aus Sicht der Kammer für ein geplantes Vorgehen, sagte Schüler-Dahlke.
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Zudem habe sich gezeigt, dass von oben mit einem Messer auf das Opfer eingestochen worden sei, erklärten die Richter in der Urteilsbegründung. Der 27-Jährige hatte dagegen erklärt, er sei von seinem Kontrahenten mit dem Kopf in die Badewanne gedrückt worden und habe sich dann gewehrt. Für einen von dem 27-Jährigen vorgebrachten Drogenmissbrauch fanden sich auch keine Belege. Ein psychiatrischer Gutachter hatte ihn für voll schuldfähig erklärt. Das Motiv für die Tat habe im Prozess aber nicht geklärt werden können, sagte der Gerichtssprecher.
Der Mann war beim Zerteilen des Leichnams durch ein Klingeln an der Haustür gestört worden und war dann bis nach Tschechien geflüchtet. In Prag stellte er sich zwei Wochen später den Behörden und gab an, im Umland von Berlin einen Mann getötet zu haben. Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 30. November 2020 13:29 Uhr

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