Bald Neugründung von Kloster Neuzelle

Bald Neugründung von Kloster Neuzelle

Zum Kloster Neuzelle im Landkreis Oder-Spree zieht es jedes Jahr viele Touristen - mittlerweile eine Belastung für die sechs dort angesiedelten Mönche. Ein neuer Klosterbau soll Abhilfe schaffen und ein neues Zuhause für die Zisterzienser werden. Als Gebäude soll das ehemalige Forsthaus Treppeln in der Nähe dienen. Der Rat der Stiftung Stift Neuzelle beschloss am Mittwoch, es für einen neuen Klosterbau an das Priorat Neuzelle zu verkaufen. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages müsse dem Verkauf noch zustimmen, wie Kulturministerin Manja Schüle in Potsdam weiter mitteilte. Sie bezeichnete den Beschluss des Stiftungsrates zum Verkauf als «historische Entscheidung». Der geplante Klosterbau werde die erste Klosterneugründung der Zisterzienser in Brandenburg seit dem Mittelalter sein, sagte die Ministerin am Mittwoch.

Kloster Neuzelle

© dpa

Blick auf die katholischen Kirche vom Kloster Neuzelle.

Zugleich sei das Kloster eines der am intensivsten genutzten Klosterareale im Land und eine der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen in Europa. «Was mir besonders wichtig ist: Es gibt eine breite Unterstützung für dieses Projekt», betonte Schüle. Viele Menschen vor Ort, im Land und darüber hinaus unterstützten die Wiederansiedlung der Mönche.
Das Anwesen etwa 14 Kilometer von der alten bestehenden Klosteranlage entfernt gehört zu den Ländereien des 1817 aufgelösten Klosters Neuzelle und der heutigen Stiftung Neuzelle. Das Gelände war seit etwa 15 Jahren unbenutzt. Zu DDR-Zeiten war es eine Militärliegenschaft, später hatte das Ministerium für Staatssicherheit dort ein Ferienhaus für Mitarbeiter. Nach der Wende gab es im Haupthaus noch einige Jahre Gastronomie. Seit längerem steht das Gebäude leer.
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Pater Kilian Müller vom Priorat Neuzelle erklärte, das Bauvorhaben solle in verschiedenen Phasen verwirklicht und durch Fundraising finanziert werden. «Perspektivisch hoffen wir, dass es zukünftig dem Selbstverständnis vieler Brandenburgerinnen und Brandenburger entspricht, zu sagen: "Die Zisterzienser gehören zu uns und zu unserem Land – zur Vergangenheit, aber auch zu unserer Gegenwart und Zukunft.» In dieser Zukunft stelle das neue Kloster ein Angebot für alle Menschen dar, gleich einer «Tankstelle für die Seele».
Sechs Mönche waren im August 2017 vom Stift Heiligenkreuz in Niederösterreich nach Neuzelle gezogen, um die dortige frühere Klosteranlage neu zu besiedeln. Ein Jahr später wurde dort ein Tochterkloster, Priorat genannt, gegründet. Nach Aussage von Stiftungs-Geschäftsführer Norbert Kannowsky ist es den Mönchen zu unruhig geworden, denn das historische Kloster habe sich zu einem Touristenort gewandelt. Die Mönche hätten keinen Rückzugsort mehr und einen «Ort der Stille» gesucht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 18. November 2020 15:54 Uhr

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