Corona-Impfstellen in Potsdam geplant: Mehr Ansteckungen

Corona-Impfstellen in Potsdam geplant: Mehr Ansteckungen

In Brandenburg nehmen die Vorbereitungen für Impfungen gegen das Coronavirus Gestalt an. Nach Angaben des Hausärzteverbandes wird in der Landeshauptstadt Potsdam ein erstes Corona-Testzentrum mit integrierten Impfstellen entstehen. Es soll die Gesundheitsämter entlasten und Patienten mit Symptomen testen. Die Testungen sollen überwiegend vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betreut werden, das dabei schon Routine habe, sagte Astrid Tributh, Vize-Vorsitzende des Hausärzteverbands Brandenburg, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Sanitätssoldat posiert mit einem Teströhrchen

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Ein Sanitätssoldat steht mit einem Teströhrchen im Corona-Testzentrum

Parallel dazu sei angedacht, im Testzentrum mit Ärzten besetzte Impfstellen einzurichten, die Potsdam und große Teile der Umgebung abdecken sollen. Ein Konzept dazu werde derzeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung erarbeitet. Wie viele Mediziner dort impfen werden, wird laut Tributh in den nächsten Wochen besprochen. «Wir freuen uns ja, wenn der Impfstoff kommt und wären sehr daran interessiert, dass da ein wenig Ruhe in die ganze Aufregung kommt.» Die Impfungen würden aller Voraussicht nach im Februar beginnen.
Ein effektiver Corona-Impfstoff in Europa und den USA ist in greifbare Nähe gerückt: Als erste westliche Hersteller haben das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer am Montag vielversprechende Ergebnisse einer für die Zulassung entscheidenden Studie veröffentlicht.
Tributh sieht noch offene Fragen in der Logistik der Verteilung und Lagerung des Impfstoffes. In Brandenburg seien zwei bis drei Verteilungszentren angedacht, das Personal dazu müsse aber noch angeleitet werden. Laut Gesundheitsministerium ist die größte Herausforderung im Land, für die Impfung eine Infrastruktur zu schaffen und Materialien bereitzustellen, obwohl noch nicht abschließend klar ist, welcher Impfstoff tatsächlich zur Verfügung stehen wird. Daran hingen aber wichtige Entscheidungen ab, zum Beispiel für die Art des Transports und der richtigen Aufbewahrung.
Unterdessen nehmen die Ansteckungen mit dem Corona-Virus unverändert zu. Das Gesundheitsministerium berichtete am Mittwoch von 377 bestätigten neuen Infektionen innerhalb eines Tages. Am Dienstag waren es 243 Fälle, von Sonntag zu Montag 218. Der bisherige Höchstwert wurde am vergangenen Freitag mit 525 neuen Fällen erreicht. Die Zahl der Todesfälle im Land stieg um 2 auf 235, die der aktuell Erkrankten um 69 auf 4552. Mit Spree-Neiße liegt erstmals ein Landkreis über der Marke von 200 Ansteckungen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch den Wert 218. Im gesamten Land beträgt dieser Inzidenz-Wert 102,1.
Seit März haben sich 12 055 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Aktuell werden 340 Menschen im Krankenhaus behandelt - eine Zunahme von 13 im Vergleich zum Vortag. 77 Covid-19-Patienten liegen auf der Intensivstation, 53 von ihnen müssen beatmet werden. 7268 Menschen gelten als genesen, 306 mehr als einen Tag zuvor.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 11. November 2020 17:45 Uhr

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