Brandenburg erinnert an Pogromnacht 1938

Brandenburg erinnert an Pogromnacht 1938

In Brandenburg ist am Montag der Opfer der Pogromnacht vor 82 Jahren gedacht worden. In Potsdam erinnerten Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke, Kulturministerin Manja Schüle (SPD), Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und Vertreter der jüdischen Gemeinden bei einem stillen Gedenken an der ehemaligen Synagoge daran.

Erinnerung an Pogromnacht 1938

© dpa

Vor der Synagoge brennen Kerzen in Form eines Davidsterns.

Schüle warnte vor einer weiteren Ausbreitung von Antisemitismus. «Der Antisemitismus grassiert», sagte sie in einer Mitteilung. Dafür stünden die jüngsten Attacken auf und vor Synagogen eindrücklich. «Es sind nicht mehr dieselben Menschen wie vor 75, 80 Jahren - aber es ist dasselbe Böse.» Es sei ein gutes Signal, dass die Jüdische Gemeinde Oberhavel in Oranienburg ein eigenes Synagogen- und Gemeindezentrum erhalten solle.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte anlässlich der Pogromnacht gesagt, die Katastrophe mit Gewalt, Mord und Zerstörung gegen die deutsche jüdische Bevölkerung sei eine ewige Mahnung. Potsdams Oberbürgermeister Schubert forderte Wachsamkeit, «dass die Glut von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit nicht wieder auflodert».
Bei den Novemberpogromen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckten Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen in Brand und misshandelten, verschleppten und ermordeten jüdische Bürger.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 9. November 2020 14:42 Uhr

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