Angebot von Videosprechstunden steigt weiter

Angebot von Videosprechstunden steigt weiter

Videosprechstunden bei Ärzten in Brandenburg nehmen auch weiterhin zu. Wurden im Juli noch 510 Praxen gezählt, die die notwendigen Voraussetzungen für die Sprechstunde über den Bildschirm erfüllten, sind es jetzt bereits 585 (Stand: Mittwoch), wie die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) mitteilte. Im Vorjahr war die Videosprechstunde eigentlich nicht existent, so Sprecher Christian Wehry. Im vierten Quartal 2019 waren es zwei Praxen. Landesweit zählt die KVBB rund 3200 Praxen.

Videosprechstunde

© dpa

Ein Hausarzt sitzt während einer Videosprechstunde vor einem Laptop.

Mehr als 17 500 Mal sei ein Zuschlag zur Videosprechstunde von Ärzten aus dem Land abgerechnet worden. Im vergangenen Jahr wurde demnach keine Videosprechstunde abgerechnet.
Seit 2017 dürfen Ärzte Videosprechstunden abrechnen. Für Psychotherapeuten gilt das seit 2019. Neben einer Gesprächspauschale bekommen sie weitere Zuschläge. Seit März dürfen Videosprechstunden unbegrenzt abgerechnet werden, zuvor war dies auf 50 Stunden pro Quartal begrenzt.
Die Lockerung gilt laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KVB) vorerst noch bis Ende des Jahres. Bundesweit waren es nach den jüngsten Zahlen von April und Mai rund 25 000 Praxen, die Videosprechstunden anbieten - das ist fast jede vierte Praxis. Zum Jahresbeginn waren es noch rund 6000.
Um Videosprechstunde anzubieten, müssen Praxen unter anderem nachweisen, dass sie einen zertifizierten Videodienstanbieter nutzen. Wichtig ist nach Angaben der KVB vor allem ein sicherer Datenschutz.
Mehrere Anbieter hatten in der Corona-Zeit ihre Software den Praxen kostenlos bereitgestellt. So auch Jameda. Nach Angaben von Sprecherin Saskia Wachter hat sich über die Sommermonate die Nachfrage nach Videosprechstunden auf einem hohen Niveau stabilisiert. «Im Hinblick auf die steigenden Corona-Infektionszahlen spüren wir, dass die Nutzung wieder anzieht.»
Christian Wehry glaubt, dass es mit den Videosprechstunden auch nach der Corona-Zeit weiter vorangehen wird - vor allem auch aufgrund eines Wechsels in der Branche. «Wir habe eine junge nachwachsende Ärzteschaft. Da ist die Akzeptanz solcher technischen Mittel natürlich größer als bei den älteren Ärzten.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 24. Oktober 2020 09:05 Uhr

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