SPD-Fraktionschef stellt Corona-Übernachtungsverbot infrage

SPD-Fraktionschef stellt Corona-Übernachtungsverbot infrage

Brandenburgs SPD-Landtagsfraktionschef Erik Stohn hat Zweifel am Übernachtungsverbot der eigenen Koalition für Gäste aus deutschen Corona-Hotspots in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen. «Wenn die Infektionen vor allem bei privaten Feiern entstehen oder durch Ausbrüche in Krankenhäusern, dann sollten Besuchsregeln in den Einrichtungen wirksamer sein als ein Übernachtungsverbot für urlaubende Familien», sagte Stohn am Montag in Potsdam laut Mitteilung. Ein abgesagter Urlaub senke auf dem Land nicht die Zahl der Infektionen im privaten Umfeld. «Wir sollten die Maßnahmen deswegen den aktuellen Entwicklungen anpassen und das Beherbergungsverbot überprüfen.»

Erik Stohn

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Erik Stohn, Fraktionsvorsitzender der Brandenburger SPD.

Die rot-schwarz-grüne Brandenburger Landesregierung verteidigte das Übernachtungsverbot jedoch gegen wachsende Kritik. «Wir verstehen, dass das Beherbergungsverbot für viele eine enorme Belastung darstellt», sagte Vize-Regierungssprecher Simon Zunk auf Anfrage. «Angesichts der rasant steigenden Zahlen von Neuinfektionen gilt es aber, alles zu tun, um die Verbreitung einzudämmen.»
Das Verbot für Gäste aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gebe es in Brandenburg seit Juni. Es sei zwischen den Ländern damals so vereinbart worden. Das Beherbergungsverbot gilt für Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze. Der Sprecher verwies darauf, dass Fahrten zur Arbeit, zum Einkaufen und zur Erholung weiter möglich seien.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 12. Oktober 2020 13:32 Uhr

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