Entführung auf Usedom: Rechtsmittel gegen Urteil eingelegt

Entführung auf Usedom: Rechtsmittel gegen Urteil eingelegt

Der Prozess um die Entführung einer Frau auf der Insel Usedom, wofür der Täter aus Brandenburg eine Freiheitsstrafe erhalten hat, geht voraussichtlich in die nächste Instanz. Wie eine Sprecherin des Amtsgerichtes Greifswald am Montag erklärte, hat der Verteidiger des 48-Jährigen Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Der Mann aus der Region Königs Wusterhausen war am 24. September wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft - ohne Bewährung - verurteilt worden. «Einen Menschen auf offener Straße entführen, das ist eine Horrorvorstellung für jeden», begründete Richter Daniel Wittke das Strafmaß, das über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinausging. (Az: 332 Ls 31/20).

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Der Verurteilte hatte im Prozess gestanden, seine Bekannte am 18. März in sein Auto gezerrt und verschleppt zu haben. Er habe mit ihr damals nur etwas klären und sie nicht entführen wollen, gab er an. Dem folgte das Gericht aber nicht. Zudem sollte der Mann 4000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Zeugen hatten die Entführung in Korswandt (Vorpommern-Greifswald) gesehen und die Polizei alarmiert.
Ein Hubschrauber entdeckte den Fliehenden mit seinem Auto im Wald kurz vor der polnischen Grenze. Die Frau wurde aus dem Auto geborgen, der Entführer kurz danach in Polen gefasst. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von knapp unter zwei Jahren verlangt, die für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Auch Nebenkläger und Verteidiger hatten eine Bewährungsstrafe gefordert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 5. Oktober 2020 11:54 Uhr

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