Forscher: Deutsche Einheit vom Ausland erfolgreich gesehen

Forscher: Deutsche Einheit vom Ausland erfolgreich gesehen

Die deutsche Einheit wird nach Ansicht des Dresdner Wirtschaftswissenschaftlers Marcel Thum vor allem im Ausland als Erfolgsgeschichte wahrgenommen. «Zuhause sehen wir immer eher die Verwerfungen, die beispielsweise hinsichtlich der noch immer bestehenden Unterschiede bei Einkommen und Vermögen bestehen», erklärt er in einem am kommenden Dienstag erscheinenden Beitrag für das «Dresdner Universitätsjournal». Thum ist Chef des Ifo-Institutes in Dresden und Professor an der dortigen Technischen Universität.

Tag der Deutschen Einheit

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Mit einem Feuerwerk am Brandenburger Tor feierten rund eine Million Menschen die deutsche Wiedervereinigung.

Auch Thum sieht in der Entwicklung der vergangenen 30 Jahre einen Erfolg. «Das reale Bruttoinlandsprodukts pro Kopf in Ostdeutschland hat sich verdreifacht. Die Angleichung der Lebensverhältnisse hat große Fortschritte gemacht.» Die Lebenszufriedenheit der Ostdeutschen nähere sich der der Westdeutschen - auch eine Folge der stetig sinkenden Arbeitslosigkeit. Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn gehöre Deutschland zu den Ländern, wo sich die verfügbaren Einkommen zwischen den Regionen eher wenig unterscheiden.
Eine wesentliche Ursache der noch heute vorhandenen Unzufriedenheit sieht Thum in dem Versprechen, binnen weniger Jahre «blühende Landschaften» im Osten zu schaffen. Das sei aus wirtschaftlicher Sicht unrealistisch gewesen. Zudem würden sich Ostdeutsche in vielen wirtschaftlichen und politischen Führungsgremien unterrepräsentiert fühlen: «Der anstehende, umfassende Generationenwechsel wird zeigen, wie der Osten dann in Führungsfunktionen repräsentiert ist und ob das Zusammenwachsen der jüngeren Generationen, die gemeinsam Schulen und Universitäten besucht haben, Früchte trägt.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 2. Oktober 2020 15:39 Uhr

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