Stahlwerker fordern Erhalt zukunftsfähiger Stahlindustrie

Stahlwerker fordern Erhalt zukunftsfähiger Stahlindustrie

Mit einem Aktionstag hat die IG Metall bei den Stahlwerkern von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt zum Erhalt einer zukunftsfähigen Stahlindustrie aufgerufen. Unter dem Motto «Unser Herz aus Stahl hat eine grüne Zukunft» bekennt sich die Gewerkschaft zu einer klimaneutralen Stahlproduktion bis 2050, forderte aber zugleich den Erhalt der Arbeitsplätze und damit auch die Stärkung der Region.

«Die Bundesregierung hat ein stahlpolitisches Programm beschlossen. Jetzt geht es darum, konkrete Schritte zu ergreifen», sagte Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Etwa 400 bis 500 Stahlwerker beteiligten sich ihm zufolge am Aktionstag. Am Standort Eisenhüttenstadt arbeiten etwa 2500 Menschen.
Das Stahlwerk am Standort Eisenhüttenstadt ist Wachsmann zufolge jetzt schon eines der modernsten und umweltfreundlichsten der Welt. Die Politik müsse daher auch alles tun, um diesen «Entwicklungsmotor» in der Region zu halten. Davon profitierten die Lohn- und Arbeitsbedingungen der ganzen Region, so der Gewerkschafter. Die IG Metall Jugend fordert vor allem die Sicherung von Ausbildung- und dualem Studium während der Coronakrise.
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Die Metallindustrie zähle zu den beschäftigungs- und umsatzstärksten Einzelbranchen des verarbeitenden Gewerbes in Brandenburg, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) bei der Veranstaltung. Die Landesregierung überarbeite derzeit ihre Industriepolitik, um darin die dringenden Themen Umwelt- und Klimaschutz mehr zu berücksichtigen. Der Verzicht auf fossile Energieträger wie Öl und Kohle in allen Grundstoffindustrien werde dabei eine Mammutaufgabe, so der Minister.
Gegenwärtig müsse besonders auf die Fortschreibung der EU-Schutzmaßnahmen vor Billigstahl im Außenhandel geachtet werden. Es gehe um Dumpingimporte und Handelsumlenkungen. Die Regelungen aus Brüssel berücksichtigten leider nicht die Folgen der weltweiten Pandemie. Die Landesregierung sei dran und habe das im Blick, so der Minister.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 1. Oktober 2020 15:10 Uhr

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